Aargauer Zeitung
Die Queen beauftragt Wahlsieger zur Regierungsbildung

Die Wahlen in Grossbritannien sind vorbei. Doch bis die neue Regierung steht, wird noch einige Zeit vergehen. Diese Zeitung beantwortet in der Zwischenzeit die wichtigsten Fragen, um die es nach der Wahl nun geht.

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Die Queen soll sich in Anti-Krisen-Dokumente einlesen (Archiv)

Die Queen soll sich in Anti-Krisen-Dokumente einlesen (Archiv)

Keystone

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?
Die Briten sind gewohnt, dass bereits am Tag nach der Wahl der neue Premier zur Queen fährt und sich den Auftrag zur Regierungsbildung holt. Das wird diesmal nicht passieren. Möglicherweise dauern die Verhandlungen über eine Regierungsbildung Tage oder Wochen.

Welche Rolle spielt die Queen?
Das Staatsoberhaupt Queen Elizabeth II. muss den neuen Premierminister mit der Bildung einer Regierung beauftragen. Sie hält sich jedoch aus der Parteipolitik bewusst heraus. Theoretisch kann die Queen alle Parteiführer einbestellen und zur Zusammenarbeit auffordern. Dies geschah zuletzt unter König George V. im Jahr 1931.

Hat Labour überhaupt eine Chance?
Labour hat nur eine Chance auf eine regierungsfähige Mehrheit, wenn sie die Liberaldemokraten auf ihre Seite ziehen können und noch weitere Partner unter den kleinen Regionalparteien finden, die sie zumindest dulden.

Welche Probleme gibt es bei einer Minderheitsregierung?
Die neue Regierung legt am 25. Mai ihr Programm dem Unterhaus zur Abstimmung vor. Findet sie keine Mehrheit, muss der Premier gehen. Die Opposition kann auch ein Misstrauensvotum herbeiführen, das zu Neuwahlen führen kann. Neuwahlen könnte es aber auch geben, wenn sich die Parteien überhaupt nicht einigen können.