Die Pendler in Aarau arrangieren sich

Das neue Aarauer Parkraumkonzept animiert (auch) zum Umsteigen. Der Run auf die neuen, 1650 Franken teuren Parkkarten ist bisher jedenfalls ausgeblieben.

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«Pendler arrangieren sich»

«Pendler arrangieren sich»

Toni Widmer

Seit Mittwoch gibt es zuhauf freie Parkplätze in den Aarauer Quartieren. Was vor Ort festgestellt erden kann, wird von offizieller Seite bestätigt: «Es hat wieder Luft in den Quartieren», sagt Stadtpolizei-Chef Daniel Ringier. Er ist von der raschen Reaktion der Pendler auf das neue Aarauer Parkraumkonzept keineswegs überrascht: «Damit war zu rechnen. In Wettingen ist vor ein paar Jahren exakt dasselbe passiert. Mit der flächendeckenden Einführung der Kostenpflicht sind die Langzeitparkierer umgehend verschwunden.»

Parkkarten-Run nur von Anwohnern

Und wo parkieren die Aarau-Pendler jetzt? «Das müssten Sie die Pendler selber fragen», schmunzelt Ringier. Er könne sich vorstellen, dass sich ein Teil irgendwo eingemietet habe, ein anderer Teil auf den öffentlichen Verkehr umgestiegen sei und andere sich sonst irgendwie arrangiert hätten. Nicht als Alternative sieht Ringier die offiziellen Parkäuser: «Diese sind für Pendler zu teuer.»

Auch der Run auf die 1650 Franken teure Pendler-Parkkarte ist bisher ausgeblieben: «Wir haben gegen 300 der mit 300 Franken vergleichsweise günstigen Parkkarten für Anwohner verkauft, die Nachfrage nach der teuren Pendlerkarte hat sich jedoch in Grenzen gehalten», erklärt Ringier. Die Stadtpolizei, sagt er weiter, werde in der Anfangsphase nicht büssen. «In einer gewissen Übergangszeit beschränken wir uns darauf, mit Flyern und im persönlichen Gespräch auf das neue Konzept hinzuweisen.» Dass dabei die Reaktionen nicht immer verständnisvoll ausfielen, müssten die Polizisten halt in Kauf nehmen.

Entlastung auf Spitalgelände

Gleichzeitig mit dem neuen Konzept der Stadt Aarau hat auch das Kantonsspital Aarau (KSA) eine neue Parkordnung eingeführt. Auf dem Gelände kann auch von Patienten und vom Personal nur noch in Notfällen kostenlos parkiert werden. Auch hier ist die Wirkung frappant: «So wenige Autos habe ich hier noch nie gesehen», sagt Reto Bucher, Projektleiter Mobilitätsmanagement im KSA. Wie Daniel Ringier glaubt auch er, dass sich die Pendler rechtzeitig arrangiert haben: «Ich weiss von Angestellten, die sich in der Gegend in private Parkgaragen eingemietet haben.» Andere, glaubt Bucher, kämen offenbar mit Velo, Motorrad und öV, oder sie hätten sich in Fahrgemeinschaften organisiert.