Am 10. März 2018 wird im Kongresszentrum Trafo in Baden die Miss Schweiz in Baden gesucht – die 11 Kandidatinnen stehen fest. Neben der entsprechenden Körpergrösse und passendem Alter, sind Ausstrahlung und eine starke Persönlichkeit gefragt, denn die neue Miss Schweiz soll das Land mit Herzlichkeit und Bodenständigkeit repräsentieren.

Doch das ist nicht alles. Neuerdings wird sie auch Botschafterin einer Waschmaschine der Firma Bauknecht Schweiz sein.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, startet es mit der Miss Schweiz Organisation für das kommende Amtsjahr eine einjährige Partnerschaft. Dabei sind Fotoshootings und Auftritte bei diversen Events mit der zukünftigen Miss Schweiz geplant, um so die neuen, «exklusiven» PremiumCare Waschmaschinen bestmöglich zu vermarkten.

Die Kandidatinnen: 

Rollenbild in #Metoo-Zeiten

Wie das zusammenpasst? Die neuen Geräte stehen für die «ultimativ-sanfte Wäschepflege» mit der empfindliche Kleidungsstücke gereinigt werden können, die normalerweise per Hand behandelt werden müssten. Auch die neue Trägerin der «Krone mit Herz» wird von dieser Art Kleidung einige Teile tragen und die Maschine zu deren Reinigung nutzen dürfen.

In #Metoo-Zeiten und der daraus resultierenden Sexismus-Debatte muss die Frage gestellt werden: Waschmaschine und Miss Schweiz – wird da nicht ein altes Rollenbild zelebriert?

Roswitha Thurnherr, Mediensprecherin bei Bauknecht Schweiz, erklärt auf Anfrage der AZ, dass für die Kooperation mehr Gründe sprechen würden. Es geht nicht nur darum, dass delikate Modestücke bei den Miss Wahlen und gerade für die Miss Schweiz eine wichtige Rolle spielen.

Roswitha Thurnherr: «Die Miss Schweiz ist der Inbegriff einer jungen und sehr aktiven Gesellschaft, die Beruf, Freizeit und Hausarbeit flexibel kombinieren muss. Sie ist daher die ideale Botschafterin.»

Denn die Maschinen würden dieser eben die zeitaufwendige Handwäsche ersparen. Ausserdem seien sie besonders leise und könnten so auch nachts in Gebrauch genommen werden. 

Bedenken, dass die Aktion misslingt und die Miss Schweiz in eine veraltete Hausfrauenrolle gedrängt werde, hat die Aargauer Firma nicht. Im Gegenteil, meint die Mediensprecherin, «es geht darum, wegzukommen von diesem überholten Rollenbild».