Datenrecherche

Die mediale Corona-Fieberkurve: Diese Grafiken zeigen, wie sich die Viruskrise in Schweizer Zeitungen spiegelt

Corona-Lektüre.

Corona-Lektüre.

Corona? Das war für Schweizer Zeitungen vor einigen Monaten noch eine Biermarke, ein Gedicht oder ein mexikanischer Fussballspieler. Dann kam das Virus.

Die Welle schlug so schnell über uns zusammen, dass wir nun, nach einigen Wochen im Ausnahmezustand, gar nicht mehr so richtig wissen, wie uns geschah. Wann eigentlich hörten wir zum ersten Mal von Corona, im Wortsinn des fiesen Virus? Und wann war es soweit, dass gefühlt jeder Zeitungsartikel von Corona und seinen Auswirkungen handelte?

Antworten gibt eine Datenrecherche in der Schweizer Mediendatenbank, mit Artikeln der «Aargauer Zeitung», von «NZZ», «Tages-Anzeiger» und «Blick». Während die Infiziertenkurve steigt, zeigen wir die mediale Fieberkurve: Nicht ganz so relevant wie erstere, aber umso unterhaltsamer.

2019 war «Corona» unter anderem ein mexikanischer Aussenverteidiger, der mit dem FC Porto die Young Boys besiegte. Ein Bier. Ein italienischer Alpinist mit Vornamen Marco. Oder das Gedicht von Paul Celan.

Es war am 10. Januar, als der Begriff im Wortsinn des Virus in den Medien in der Schweiz seinen Erfolgszug antrat. Von einem «rätselhaften Virus» zum Beispiel war in der «NZZ» damals die Rede. So etwas wie Entwarnung gibt es aber im selben Artikel: Ein Virologe erklärt, erste Beobachtungen würden gegen eine leichte Mensch-zu-Mensch-Übertragung sprechen.

Einen ersten Sprung machte die Berichterstattung zum Virus dann Anfang Februar, als es sich in Norditalien auszubreiten begann. Vor allem aber nach dem ersten Schweizer Fall von Ende Februar. Der Lockdown am 13. März dann machte Corona zum fast einzigen Thema, das Medien und Öffentlichkeit seither umtreibt. Knapp 80 Prozent aller Artikel stehen im Zusammenhang mit dem Virus - oder werden zumindest in einem Nebensatz erwähnt.

Mit Corona begannen natürlich auch andere Begriffe, sich in den Zeitungen breiter zu machen. «Wuhan», die chinesische Stadt zum Beispiel, die es 2019 fast nur im Zusammenhang mit dem WTA-Tennisturnier oder der Basketball-WM in die Blätter schaffte, begann Anfang Jahr zu interessieren, da dort der Ursprung des Virus vermutet wurde. «Covid-19», der Begriff, der die vom Virus hervorgerufene Lungenkrankheit bezeichnet, taucht erst Mitte Februar im Medien-Wortschatz auf. Der wissenschaftliche Name des Virus, «Sars-CoV-2», ebenfalls. Er hingegen schaffte es nur in der NZZ zu regelmässigen Erwähnungen.

Mit dem Schweizer Lockdown dann erhielten auch längst bekannte Wörter einen ungeahnten Aufschwung.

Und natürlich drängte Corona auch mediale Dauerbrenner wie den Sport in den Hintergrund. Roger Federer zum Beispiel, der sich nach den Australien Open ohnehin in eine Rehabilitations-Pause verabschiedet hatte, musste sich medial von anderen überflügeln lassen. Unter anderem vom Epidemie-Krisenchef des BAG: Daniel Koch.

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