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Die Luft im Kanton ist noch viel zu dreckig

Emissionskataster 2005 zeigt grossen Handlungsbedarf

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Aargauer Zeitung

Das kantonale Amt für Umwelt (AfU) hat soeben den neuen Emissionskataster publiziert. Dieser Kataster ist eine wichtige Grundlage für die Strategie zur Reduktion von Luftschadstoffen. Er zeigt auf, wo Luftschadstoffe entstehen und welche Quellen massgebend zur Luftverunreinigung beitragen. Dank dieser Grundlage können die Behörden gezielte Massnahmen anordnen. Mit Hilfe des Katasters - die Emissionswerte stammen aus dem Jahr 2005 - kann zudem abgeschätzt werden, welche Reduktionen erzielt werden müssen, damit langfristig die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung eingehalten werden können. Dem Kataster kann auch entnommen werden, wie viele Schadstoffe pro Gemeinde in die Luft gelangen. Und schliesslich dienen die Daten Privaten und Unternehmen als Grundlage bei der Raum- und Verkehrsplanung, bei Investitionsentscheiden oder Sanierungen.

Noch viel Nachholbedarf im Kanton

Die Gegenüberstellung der Emissionen des Jahres 2005 mit den Zielwerten des Luftreinhalte-Konzeptes des Bundes zeigen markante Ziellücken auf: So müssen beispielsweise die Emissionen von Stickoxiden um 58 Prozent, diejenigen von Feinstaub um 40 Prozent und von Ammoniak um 30 Prozent reduziert werden, damit die Ziele des bundesrätlichen Luftreinhalte-Konzeptes erreicht werden können.

Die Quellengruppe Industrie und Gewerbe trägt bei sechs der zehn ermittelten Schadstoffe namhaft zur Gesamtemission bei. Beispielsweise bei den Kohlenwasserstoffen und beim Feinstaub sind Industrie und Gewerbe Hauptverursacher. Der motorisierte Individual- und Güterverkehr ist wichtigster Verursacher von Kohlenmonoxid und Stickoxiden und trägt stark zu den Feinstaub- und Kohlendioxid-Emissionen bei. Die Land- und Forstwirtschaft ist wichtigster Emittent von Ammoniak, Methan und Lachgas. Die Haushalte sind einzig bei Kohlendioxid massgeblicher Verursacher. Der Bericht kann beim AfU bezogen oder im Internet (www.afu.so.ch) eingesehen werden. (sks)