Gleis Nord
Die Lenzburger können beim neuen Stadtteil «Gleis Nord» mitbestimmen

Wie soll das Hero-Areal in der Nähe des Lenzburger Bahnhofs künftig aussehen? Nach dem Mitwirkungsverfahren und Vorprüfungen durch kantonale Stellen liegen nun die Planunterlagen für das Quartier «Gleis Nord» öffentlich auf.

Drucken
Teilen
Gleis Nord - Lenzburg

Gleis Nord - Lenzburg

Fritz Thut

Mit dem geplanten Umzug der Lebensmittelfirma Hero in die neuen Fabrik- und Bürogebäude im Hornerfeld im nächsten Jahr wird das ganze bisherige Areal zwischen Bahngleis und Säge-strasse frei für eine neue Nutzung.
Die EBM Elektra Birseck Münchenstein hat das rund 6 Hektaren grosse Gebiet Ende 2007 erworben. Als Partner der EBM übernahm die Losinger Construction AG die Arealentwicklung.

In enger Zusammenarbeit mit der an einer gedeihlichen Entwicklung sehr interessierten Stadt Lenzburg wurden zügig Planinstrumente für die Gestaltung eines eigentlichen neuen Stadtquartiers ausgearbeitet.

«Positives Zeichen»

Im letzten Jahr wurden die Unterlagen mit den entsprechenden Plänen, Bauordnungen und Sondernutzungsvorschriften erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Während des Mitwirkungsverfahrens gingen verhältnismässig wenig Eingaben ein. «Wir werten dies als positives Zeichen», so Giancarlo Perotto von der Firma Losinger Construction AG.
Auch die parallel durchgeführten Vorprüfungen durch die zuständigen kantonalen Stellen ergaben keine gründsätzlichen Einwände, sodass die damals vorgelegten Pläne für das nun laufende Auflageverfahren weitgehend übernommen werden konnten.

Gebäudehöhen bleiben

«Wir haben alle Eingaben ernst genommen, geprüft und wo nötig Anpassungen vorgenommen», so Projektleiter Perotto über den Prozess. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Ergänzung des Mobilitätskonzeptes, Anpassungen im Bereich des Parkes und kleine Modifikationen der Sondernutzungsvorschriften (etwa im Bereich der nördlich begrenzenden Sägestrasse).

«Auf Wünsche zur Anpassung der Gebäudehöhen sind wir allerdings nicht eingetreten», macht Perotto eine Ausnahme geltend. Nach Diskussionen willigten schliesslich auch die kantonale Denkmalpflege und der Ortsbildschutz ein und gaben ebenfalls grünes Licht für das 39 Meter hohe Hotel im Südwesten des Areals. Damit setze man ein «markantes städtebauliches Zeichen», ist auch Stadtammann Hans Huber überzeugt.

Ehrgeiziger Zeitplan

In dieser Ecke von «Gleis Nord» will man - bereits im nächsten Jahr - mit den Bauarbeiten beginnen. Hier befinden sich auch jene drei Gebäude, deren Grundsubstanz und Aussenhaut erhalten werden sollen. Dazu gehört auch das Fabrikationsgebäude, das die Stadt Lenzburg der Stiftung Stapferhaus als neuen permanenten Standort für die grossen Ausstellungen vorschlagen will.

Der weitere Zeitplan wirkt sehr ehrgeizig. Im September will man die Planungswerke vor den Einwohnerrat bringen; im Frühjahr 2011 sollen sie in Rechtskraft erwachsen. Perotto verströmt hier grosse Zuversicht: «Es handelt sich um ein breit abgestütztes Projekt - auch in der Bevölkerung. Wir hoffen deshalb, dass wir schlank durchkommen.»
«Von Projektseite kam man unseren Bedürfnissen sehr entgegen, weshalb ich mit gutem Gewissen sagen kann: Die Stadt steht voll und ganz hinter diesem Vorhaben», lobt Stadtammann und Bauvorsteher Hans Huber die gute Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen.

Da schon bald erste Vorarbeiten für die Baueingaben anlaufen, rechnet man bei den Initianten damit, im ersten Halbjahr 2011 die ersten Baugesuche einreichen zu können. «Wir wollen das Areal möglich schnell beleben und dazu eignen sich Sanierungen von bestehenden Gebäuden sicher am besten», so Projektleiter Perotto.

Aktuelle Nachrichten