Resistent

Die Killerkeime gehen um: Wenn Antibiotika nicht mehr wirken

Krank machende Bakterien werden immer häufiger antibiotikaresistent

Krank machende Bakterien werden immer häufiger antibiotikaresistent

Keime, die resistent gegen Antibiotika sind, führen immer häufiger zu lebensbedrohlichen Infektionen. Das betrifft vor allem die stationäre Pflege. Spitäler beklagen Millionen-Aufwand.

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, sorgen in der Schweiz Jahr für Jahr für mehr Infektionen: 2016 verzeichnet die vom Bund beauftragte Überwachungsstelle anresis knapp 12600 Infektionsfälle in Schweizer Spitälern, 2006 waren es noch gut 6500 Fälle.

«Seit 2008 haben solche Infektionen stark zugenommen», sagt Christoph Fux, Chef-Infektiologe am Kantonsspital Aarau zu «Schweiz am Sonntag». Damit zeigt sich: Die Folgen des Resistenzproblems bei Antibiotika sind auch in der Schweiz in bedenklichem Ausmass angekommen.

Die meisten Infektionsfälle gehen mit einer ernsten Blutvergiftung einher und müssen aufwendig im Spital behandelt werden. Die Übeltäter sind krankmachende Bakterien, die gegen immer mehr Antibiotika, teils auch schon gegen alle, resistent sind. Neben langwierigen Behandlungen kommt es vereinzelt auch zu Amputationen oder gar zum Tod.

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Die Schweizer Gesellschaft für Infektiologie schätzt, das jährlich etwa 300 Menschen in der Schweiz an einer Infektion durch multiresistente Keime sterben. Mit dieser Entwicklung steigen Aufwand und Kosten in den Spitälern massiv. «Weder für die personalintensive Pflege noch allfällige Nachoperationen, teure Diagnostika oder zusätzlichen Medikamente, kommen die Krankenkassen und die öffentliche Hand in den Kantonen auch nur ansatzweise auf», sagt Andreas Widmer, Chefarzt für Infektiologie am Unispital Basel zu «Schweiz am Sonntag».

Die zusätzlichen Kosten für solche Infektionsbehandlungen hätten sich am Unispital Basel 2016 auf 2,5 Millionen Franken belaufen, so Widmer. Ausgehend davon, rechnet er dieses Jahr schweizweit mit Mehrkosten von bis zu 200 Millionen Franken.

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