Das Ziel dieser Straffung des Postennetzes heisse: «Mehr Präsenz und mehr Sicherheit» im ganzen Kanton, wie der Kanton Thurgau in einer Mitteilung festhält. Die Chefin des Departementes für Justiz und Sicherheit, Regierungspräsidentin Cornelia Komposch, hat dem Antrag von Polizeikommandant Jürg Zingg zugestimmt, bis spätestens Ende 2019 elf kleinere Polizeiposten mit total 33 Polizistinnen und Polizisten zu schliessen; der jeweilige Zeitpunkt ist unter anderem abhängig von der Ausgestaltung der Mietverhältnisse.

Geschlossen werden demnach die Posten in Bürglen, Dussnang, Eschenz, Gachnang, Hüttwilen, Kemmental, Matzingen, Märstetten, Neukirch-Egnach, Tobel und Wängi. Die Posten Eschenz, Märstetten, Neukirch-Egnach und Wängi werden bereits ab 12. November geschlossen. 

Taktische Schwerpunkte

Zudem plane die Regionalpolizei den Aufbau eines permanenten Schwerpunktelementes. Dazu sollen gemäss Medienmitteilung wechselnd Polizistinnen und Polizisten aus dem ganzen Kanton zusammengezogen und lagebedingt bei Grossveranstaltungen, an Brennpunkten wie z.B. Bahnhöfen oder zur Bewältigung von saisonalen Phänomenen, z.B. Dämmerungseinbrüchen, eingesetzt werden. «Mit der infolge der Postenschliessungen höheren Effizienz ist es künftig möglich, ein solches Schwerpunktelement zu bilden», so der Wortlaut der Mitteilung.

Kantonales Sparpaket

Die Kantonspolizei Thurgau hatte im kantonalen Sparpaket «Haushaltsgleichgewicht 2020» vom Regierungsrat den Auftrag erhalten, das Postennetz zu analysieren und eine Reduktion des Postennetzes zu prüfen. Als mögliches Einsparpotenzial wurde ein Betrag von jährlich 240'000 Franken (für Mieten und Infrastruktur) berechnet. Im Rahmen der Reorganisation sei bei allen Polizeiposten im Detail erhoben worden, wie viele Kontakte mit der Bevölkerung bestünden, zu welchen Zeiten und auf welchen Kanälen diese Kontakte erfolgen und welche Bedürfnisse die Bevölkerung gegenüber der Kantonspolizei Thurgau äusserten.

Der Kanton Thurgau rangiere bei der Polizeidichte (Polizeiangehörige im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) an letzter Stelle aller Kantone, obwohl die Kantonspolizei Thurgau mit seepolizeilichen Aufgaben, Grenzkriminalität und Bundesasylzentrum über ein breiteres Aufgabengebiet verfüge als vergleichbare Kantone. «Aufgrund dieser knappen personellen Mittel ist ein optimierter und möglichst effizienter Einsatz der Ressourcen für die gesamte Kantonspolizei Thurgau von zentraler Bedeutung», so die Mitteilung des Kantons. (pd/chs)