Die grosse Verliererin der Wahlen vom Oktober seien «ganz klar die Umwelt- und die Sozialpolitik», sagt Grünen-Co-Präsidentin Regula Rytz. Progressive Lösungen im Parlament seien blockiert. Deshalb wollen die Grünen wieder auf die Strasse, wie sie das ganz zu Beginn taten. «Wir müssen wieder dorthin, wo wir unsere Erfolge feiern können: auf die Strasse und zu mehrheitsfähigen Initiativen und Referenden», sagt Rytz in der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ als Folgerung einer internen Wahlanalyse, die sie am Samstag an der Delegiertenversammlung präsentiert.

Immerhin könnten die Grünen 30 Jahre Erfolg in der Umweltpolitik vorweisen. «Die Lebensqualität in verkehrsberuhigten Städten, die ersten Schritte der Energiewende oder das Gentechmoratorium in der Landwirtschaft gehen auf die Grünen zurück», betont Rytz. Zusammen mit den Umweltverbänden will sie den Druck auf Energiewende und Atomausstieg verstärken.

Politische Agenda Schuld an Niederlage

Politische Agenda Schuld an Grünen-Niederlage (18.10.2015)

Die grünen Themen seien vom National- und Ständerat auf nach die Wahlen terminiert worden. Demnach hätten die Grünen weniger Möglichkeiten gehabt, sich im Wahlkampf zu positionieren, sagt Regula Rytz, Präsidentin Grüne Schweiz.

«Dazu wollen wir das Mittel der Volksinitiative nutzen», sagt sie. «Wir haben ja in den letzten vier Jahren mit den drei Initiativen zur grünen Wirtschaft, zum Atomausstieg und zu Fair-Food bewiesen, dass wir national intiativfähig sind und das gleich im Multipack.» Erfordere es die Situation, seien die Grünen auch bereit, «umweltpolitische Fehlentscheide allenfalls mit Mitteln des zivilen Ungehorsams zu verhindern», hält sie fest. «Zum Beispiel Strassenbauprojekte in Naturschutzgebieten.»

Rytz denkt dabei an die Besetzung des Geländes von Kaiseraugst, mit welcher der Bau des Atomkraftwerkes verhindert werden konnte. Oder als es den Grünen mit Protesten gelang, den Bau einer Autobahn mitten durch die Stadt Neuenburg zu verhindern.

Störer: Schweiz am Sonntag