Barbara Vogt

«Die Wahl vom 13. Juni hat klar gezeigt, dass Markus Gabriel auch nach siebzehn Jahren Gemeinderat und acht Jahren Vizeammann nicht über den notwendigen Rückhalt in der Uerkner Bevölkerung verfügt.» Dieser Wortlaut steht auf einem Flugblatt, das das Wahlkomitee um Doris Lüscher Müller vor wenigen Tagen in die Briefkästen von Uerkheim legte.

Zweiter Wahlgang

In Uerkheim kommt es im Herbst zu einem zweiten Wahlgang, weil keiner der drei offiziellen Kandidaten das absolute Mehr für den Sitz eines Gemeinderates respektive des Gemeindeammanns erreichte. Daniel Hürzeler (neu) bewarb sich als Gemeinderat, Doris Lüscher (neu) kandidierte sowohl als Gemeinderätin als auch als Gemeindeammann. Und der bisherige Vizeammann wollte ebenfalls Gemeindeammann werden.

Bereits im Vorfeld des ersten Wahlgangs wurde der Vizeammann immer wieder angegriffen. In seinem Flugblatt macht das Komitee jetzt auch auf das Wahlergebnis aufmerksam: «Mit nur zehn Stimmen Rückstand auf den erfolglosen Ammann-Kandidaten hat Doris Lüscher auf Anhieb weit mehr als einen Achtungserfolg erzielt.»

Über diese Äusserungen kann Markus Gabriel nur noch staunen. «Das hat mit Gemeindepolitik wenig zu tun», so der Vizeammann. Wo bleibt der Anstand und Respekt gegenüber dem anderen?» Trotz persönlicher Angriffe kandidiert Gabriel wieder. «Jetzt erst recht», zeigt er sich kämpferisch. «Ich kandidiere für die Sache. Das Wohl der Gemeinde ist mir wichtig. Dafür habe ich mich in all den Jahren eingesetzt. Die Uerkner stehen hinter mir, das zeigte das Ergebnis aus dem ersten Wahlgang.»

«Abgrundtiefes Niveau»

Der dritte Kandidat Daniel Hürzeler hingegen kann hinter einer solchen Schlammschlacht nicht mehr stehen. Er verzichtet auf eine weitere Kandidatur – obwohl er sich gewisse Wahlchancen einräumt. «Im ersten Wahlgang erreichte ich ohne grosses Tamtam praktisch die gleiche Stimmenzahl wie Doris Lüscher. Darüber empfand ich eine gewisse Genugtuung.»

Das von «gewissen fusionswilligen Kreisen» verfasste Flugblatt, das sich «auf abgrundtiefem Niveau gegen den amtierenden Vizeammann Markus Gabriel richtet», ruft bei Hürzeler Unverständnis und Enttäuschung hervor. Offenbar sei nicht einmal mehr auf kommunaler Ebene faire Politik möglich. «Was sind das für Leute, die derlei Wahlpropaganda betreiben?» Er tritt auch aus einem anderen Grund nicht mehr an: «Früher oder später müsste ich mit solchen Attacken rechnen, dafür bin ich mir ehrlich gesagt zu schade.»

Offensichtlich gehe es bei dieser Wahl einzig und allein um die Frage des Gemeindezusammenschlusses mit Zofingen. Das zeigte auch das Resultat des ersten Wahlgangs: Die Fusionsgegner gaben Hürzeler, die Befürworter Lüscher die Stimme.

Anmeldefrist bis Mittwoch

Die Anmeldefrist für den zweiten Wahlgang läuft am kommenden Mittwoch um 12 Uhr ab. Meldet sich für die Gemeinderats-Ersatzwahlen niemand mehr an, wird Doris Lüscher in stiller Wahl gewählt.

Bei der Gemeindeammann-Wahl am 26. September kommt es wohl zu einem Duell zwischen Markus Gabriel und Doris Lüscher. Gabriel weiss jetzt schon: «Ich betreibe einen anständigen und sachlichen Wahlkampf.» Kommentar rechts