Baden
Die FDP will einen Sitz zulegen

Die FDP Baden strebt an, wovon die nationale Partei weit entfernt ist: Sie will wählerstärkste Partei werden. Bildung, Umwelt und Verkehr sind im Hinblick auf die Einwohnerratswahlen im Herbst Schwerpunktthemen.

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FDP Baden

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Aargauer Zeitung

Roman Huber

FDP Baden ist anders Kommentar von Roman Huber Die Stadt Baden tickt in mancherlei Hinsicht anders als die übrige Region und der Rest des Aargaus. Das gilt auch für die FDP. Sie fährt in der Stadtpolitik eine sehr fortschrittliche Linie, politisiert volksnah und versteigt sich nicht etwa in elitäre Sphären. Zudem hat sich die FDP in jüngster Vergangenheit in Baden als die Nummer eins unter den bürgerlichen Parteien positioniert - dies im Gegensatz zur kantonalen oder nationalen Mutterpartei. Nicht zuletzt hat sie mit diversen öffentlichen Anlässen (Auenrundgang, Besichtigung einer Kompogasanlage, Informationspodium zur Entwicklung im Bäderquartier) gezeigt, dass sie am Puls der Zeit auch in ökologischen Belangen basisnah politisiert. Den Beweis dürfte jeweils der gute Besuch dieser Anlässe geliefert haben. Während sich der Freisinn auf nationaler Ebene zerstritten präsentiert, spielt er im Badener Einwohnerrat geschlossen die Rolle der Wirtschaftspartei, dies mit gebotener Nachhaltigkeit - und mit Erfolg. Die konsequente Verjüngung der eigenen Reihen hat der Partei immer wieder frischen Wind gebracht. Einziger Wermutstropfen: Beim Frauenanteil hinkt die FDP (wie die SVP) dem Fortschritt hinten nach. Daran wird sich aufgrund der Kandidatenliste auch in der kommenden Legislatur offenbar nichts ändern. Das dürfte die Partei daran hindern, den anvisierten 13. Sitz zu ergattern. roman.huber@azag.ch

FDP Baden ist anders Kommentar von Roman Huber Die Stadt Baden tickt in mancherlei Hinsicht anders als die übrige Region und der Rest des Aargaus. Das gilt auch für die FDP. Sie fährt in der Stadtpolitik eine sehr fortschrittliche Linie, politisiert volksnah und versteigt sich nicht etwa in elitäre Sphären. Zudem hat sich die FDP in jüngster Vergangenheit in Baden als die Nummer eins unter den bürgerlichen Parteien positioniert - dies im Gegensatz zur kantonalen oder nationalen Mutterpartei. Nicht zuletzt hat sie mit diversen öffentlichen Anlässen (Auenrundgang, Besichtigung einer Kompogasanlage, Informationspodium zur Entwicklung im Bäderquartier) gezeigt, dass sie am Puls der Zeit auch in ökologischen Belangen basisnah politisiert. Den Beweis dürfte jeweils der gute Besuch dieser Anlässe geliefert haben. Während sich der Freisinn auf nationaler Ebene zerstritten präsentiert, spielt er im Badener Einwohnerrat geschlossen die Rolle der Wirtschaftspartei, dies mit gebotener Nachhaltigkeit - und mit Erfolg. Die konsequente Verjüngung der eigenen Reihen hat der Partei immer wieder frischen Wind gebracht. Einziger Wermutstropfen: Beim Frauenanteil hinkt die FDP (wie die SVP) dem Fortschritt hinten nach. Daran wird sich aufgrund der Kandidatenliste auch in der kommenden Legislatur offenbar nichts ändern. Das dürfte die Partei daran hindern, den anvisierten 13. Sitz zu ergattern. roman.huber@azag.ch

Aargauer Zeitung

Auch die FDP Baden zeigt Herz. Zum einen in der Badstrasse mit einem eigenen Herz zugunsten der Margrit-Fuchs-Stiftung, zum andern mit ihrem Wahlslogan «Mit Kompetenz und Herz», der erneut für den Wahlkampf hervorgenommen wird.

«Wir diskutieren über alles»

«Wir politisieren in Baden basisverbunden; das spüren wir auch aufgrund des guten Echos an unseren Anlässen», erklärt Parteipräsident Matthias Bernhard. Er sieht darin den Unterschied zur nationalen Partei: «Wir haben in Baden kein elitäres Image.» Er beschreibt die Stadtpartei und insbesondere die Einwohnerratsfraktion als eine sehr engagierte Truppe, die miteinander und nicht gegeneinander auftritt. Fraktionschef Lukas Breunig ergänzt: «Wir haben klare Ziele, lassen aber auch visionäre Meinungen zu.»

In der Kunstraum-Diskussion, angezettelt von Peter Heer, schien die FDP nach aussen gespalten. So hatte Bernhard mit einem Leserbrief für den Kunstraum Partei ergriffen. «Es ist wichtig, dass wir über alle Themen diskutieren», erklärt Bernhard. Er habe sich in dieser Sache als Privatperson geäussert. Die Partei aber habe einen betont positiven Bezug zur Kultur, ergänzt Breunig: «Wir müssen die Kultur finanziell unterstützen. Darum ist es uns wichtig, dass wir diese Gelder möglichst optimal einsetzen.» Mit den Schwerpunkten Bildung, Verkehr und Umwelt hat die FDP wichtige Themen besetzt.

«Wissen verpflichtet», so der Slogan für die Bildung. Damit Baden für Familien attraktiv sei, brauche es ein gutes Angebot der Basis- und Primarschule in den Quartieren, so Breunig, dazu gehören weitere Angebote wie «ausserhäusliche Betreuungen und bildungsergänzende Leistungen». Grundsätzlich müsse sich der Wirtschaftstandort Baden als Bildungsstadt weiter profilieren.

In Sachen Umwelt liegt die Waldstadt Baden mit ihrer hohen Lebensqualität den Freisinnigen besonders am Herzen. Im Energiebereich soll die Stadt thermische Solaranlagen und Wärmepumpen fördern und Thermalquellen und Erdwärme nutzen. Beim Strom stellt sich die Partei ein verbrauchsorientiertes Tarifsystem vor.

Die Kandidierenden

Bisher: Lukas Breunig, Peter Courvoisier, Barbara Diebold, Markus Fueter, Peter Heer, Johannes Jenny, Andrea Libardi, Conrad Munz, Andreas Voser, Reto Wanner, Andreas Zehnder. Neu: Thomas Amrein, Assunta Cuccu, Mario Delvecchio, Nicole Erne, Mark Füllemann, Philipp Geissmann, Philippe Gubler, Adrian Humbel, Nicolette Jaecklin-Grob, Chris Klein, Nico Kunz, Chris Küng, René Mäder, Simon Meier, Urs Riniker, Ronald Seiler, Christophe Terrier, Jost Voser.

Beim Thema Verkehr hat die FDP eine gute Erreichbarkeit der Stadt Baden vor Augen. Eine busfreie Weite Gasse, ein Schulhausplatz, der auch den Bedürfnissen des Langsamverkehrs Rechnung trage, Park and Ride in Dättwil, Nutzung des Nationalbahngleises figurieren auf dem FDP-Wunschkatalog punkto Verkehr.

Ein Gewinn liegt drin

Als einziger Amtierender tritt Jürg Altorfer nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit 11 Bisherigen und 18 Neuen wolle man wie vor vier Jahren wählerstärkste Partei werden. Diesen Platz musste die FDP bei den Grossratswahlen im Frühjahr allerdings der SP abtreten. Dennoch sind Bernhard und Breunig überzeugt, dass ihr Ziel - ein Sitzgewinn (neu also 13 Sitze) - im 50-köpfigen Einwohnerrat drinliegen sollte, jedoch möglichst nicht auf Kosten einer bürgerlichen Partei. Die FDP ist zuversichtlich und überzeugt, weil sie in den vergangenen Jahren einen guten Job gemacht habe.

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