Boni

Die FDP attackiert die CS-Boni

Fulvio Pelli, President du Parti PLR Les Liberaux-Radicaux, pose a Lausanne,ce mercredi 26 aout 2009 avant une seance du PLR les Liberaux-Radicaux, ou les candidats au Conseil Federal se presentent aux Presidents de section. (KEYSTONE/Dominic Favre)

FDP attackiert die CS-Boni

Fulvio Pelli, President du Parti PLR Les Liberaux-Radicaux, pose a Lausanne,ce mercredi 26 aout 2009 avant une seance du PLR les Liberaux-Radicaux, ou les candidats au Conseil Federal se presentent aux Presidents de section. (KEYSTONE/Dominic Favre)

Die FDP distanziert sich von den Boni-Exzessen der Banker und will der Credit Suisse für ihre Vergütungspolitik eine Ohrfeige erteilen. Das Vorgehen stösst auf viel Lob, Kritiker äussern sich nur zurückhaltend.

Tobias Gafafer

Es ist längst für jede Partei schädlich, in die Abzocker-Ecke gestellt zu werden. Kurz bevor an der Generalversammlung der Credit Suisse (CS) der nächste Schlagabtausch zum Thema Boni-Exzesse ansteht, hat gestern die FDP die «masslose Lohnpolitik» der Grossbank und anderer Unternehmen ungewohnt scharf attackiert. Exzessive Boni würden das Vertrauen in die ganze Marktwirtschaft untergraben und seien nicht tolerierbar, sagte Nationalrat und FDP-Vizepräsident Pierre Weiss auf Anfrage. Dennoch setzen die Freisinnigen beim Kampf gegen die Lohnexzesse vorab auf die Eigenverantwortung der Wirtschaft – und lehnen «rigide» politische Eingriffe im Moment noch ab.

Im Visier hat die FDP nun die CS. Auf Antrag von Parteipräsident Fulvio Pelli beschloss der Vorstand gestern, den Vergütungsbericht der Bank den Aktionären am Freitag zur Ablehnung zu empfehlen. Der Lohn von CS-Konzernchef Brady Dougan, der für 2009 rund 18 Millionen Franken Bonus erhalten soll, stehe in keinem Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Für Schlagzeilen hatte die CS auch gesorgt, weil sie Dougan mit einem Optionsprogramm für 2004 Aktien im Wert von 70 Millionen ausgezahlt hat und die 15-köpfige Konzernleitung für 2009 insgesamt 150 Millionen erhalten soll.

Dass die FDP gegen die Lohnpolitik der CS vorgehen will, obwohl diese im Gegensatz zur UBS keine Staatshilfe benötigte – faktisch aber davon profitiert –, stösst selbst bei bankennahen Parteiexponenten auf Zustimmung. Nachdem sich Vertreter des Banken- und des Werkplatzes an der FDP-Delegiertenversammlung einen Schlagabtausch zur Weissgeld-Strategie geliefert haben, sollen nun offensichtlich die Reihen geschlossen werden. «Liberalismus ist nicht einfach der entfesselte Kapitalismus», sagte der Genfer Nationalrat Christian Lütscher.

Er möge es zwar nicht, dass sich die Politik mit der Privatwirtschaft anlege, doch es gehe um die Moral. Sogar der Zürcher Kantonsrat und Bankdirektor Hans-Peter Portmann, ein Kritiker der ursprünglichen Weissgeld-Strategie, lobte den Entscheid: «Das Verhalten einiger Unternehmen braucht deutliche Worte und vielleicht auch deutliche Massnahmen.»

Kritik am Vorgehen Pellis

Hinter vorgehaltener Hand stösst Pellis Vorgehen auch auf Kritik. Denn in dieser Form war die Lohnpolitik nicht traktandiert. Erst hatte die FDP die Grossbanken nur dazu aufrufen wollen, sich an die Richtlinien der Finanzmarktaufsicht zu halten. Einige Vorstandsmitglieder, darunter Fraktionschefin Gabi Huber, nahmen gar nicht an der Sitzung teil. Aus Furcht vor einem Rüffel wollen Kritiker anonym bleiben.

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