Schuldirektorin
Die erste Chefbeamtin

Aus einem Zweiervorschlag hatte der Gemeinderat am Dienstag einen Chefbeamtenposten neu zu besetzen. Die Wahl für die neue Schuldirektorin fiel auf Irène Schori. Die 49-Jährige wird ihr Amt anfangs des nächsten Jahres antreten.

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Solothurner Zeitung

Christian Fluri

Äusserst zügig behandelte der Gemeinderat gestern Abend die Wahl eines neuen Schuldirektors beziehungsweise einer neuen Schuldirektorin. Die Meinungen und Bilder waren offensichtlich bereits nach den Fraktionssitzungen gemacht. «Haben Sie noch eine Frage an uns», wollte Stadtpräsident Kurt Fluri von den Kandidaten wissen. Offenbar konnte der Präsident kaum glauben, dass sein Rat bei einem so wichtigen Traktandum mit so wenig Fragen und Bemerkungen - nämlich keinen - zurechtkam.

Zur Wahl standen ein Mann und eine Frau. «Beides sehr gute und gleich qualifizierte Kandidaten», wie Gaston Barth, Leiter des städtischen Rechts- und Personaldienstes betonte. Auf die ausgeschriebene Stelle des Schuldirektors seien 30 Bewerbungen eingegangen, wie Barth weiter erläuterte. Die vorberatende Gemeinderatskommission schlug dem Gemeinderat schliesslich ein Zweierticket vor. Beide Kandidaten bekundeten keinerlei Mühe, sich vor versammeltem Rat zu präsentieren und auf ihre Qualitäten aufmerksam zu machen.

Gewählt haben die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte schliesslich deutlich mit 20 zu 9 Stimmen die 49-Jährige Irène Schori. Die heutige Gesamtschulleiterin der Schulen Murgenthal im Kanton Aargau ist damit die erste stadtsolothurnische Chefbeamtin. «Du übernimmst eine gute Sache hier», sagte der noch bis Ende Jahr amtierende Schuldirektor Rolf Steiner zu seiner Nachfolgerin. Diese freute sich sichtlich über ihre Wahl und dankte es dem Wahlgremium mit einer spontanen, herzlichen Kurzansprache.

Erfahrene Schulleiterin

Schori kehre mit ihrer neuen Berufung zurück zu ihren Wurzeln, wie sie betonte. Sie besuchte nämlich zwischen 1976 und 1981 das Lehrerseminar in Solothurn. Nach zahlreichen Aus- und Weiterbildungen «komme ich nach meinen Lehr- und Wanderjahren wieder in die alte Heimat», sagte Schori. Sie hat drei Kinder und lebt in Bern. Das Wohnen in der Bundeshauptstadt wird sie aufgeben müssen, hat sie doch spätestens ein Jahr nach Ablauf der Probezeit beziehungsweise zwei Jahre nach Amtsantritt in der Stadt Solothurn Wohnsitz zu nehmen.

Das in Solothurn öffentliche Wahlverfahren störte Schori nicht. «Ich habe den ganzen Auswahlprozess sehr positiv erlebt», erwiderte sie auf des Stadtpräsidenten Hinweis, dass es schon etwas speziell sei, dieses Wahlprozedere. «Ich habe über alles gesehen einen sehr guten Eindruck gewonnen. Hier herrscht eine allseits gute Zusammenarbeit», lobte sie.