Elisabeth Kopp

Die erste Bundesrätin: Darum versöhnen sich Kopp und die FDP nach 28-jähriger Eiszeit

Elisabeth Kopp (80), die erste Bundesrätin der Schweiz (links), und FDP-Präsidentin Petra Gössi.

Elisabeth Kopp (80), die erste Bundesrätin der Schweiz (links), und FDP-Präsidentin Petra Gössi.

Rehabilitierung: Seit ihrem Rücktritt 1989 hat sie nie mehr an einem offiziellen Parteianlass teilgenommen. Nun könnte sich das ändern: Die Freisinnigen laden die alt Bundesrätin Elisabeth Kopp an ihre Versammlung ein.

1989 trat Elisabeth Kopp, die erste Bundesrätin der Schweiz, unter schwierigen Umständen von ihrem Amt zurück. Seither war sie nie mehr an einer Delegiertenversammlung, einem Fraktionsausflug oder einem Fraktionsessen der nationalen FDP. Dies könnte sich nun ändern.

Die Partei plant am 2. September einen Tag der FDP in Neuenburg. Dafür sind alle alt Bundesräte eingeladen, explizit auch Elisabeth Kopp. «Sie ist selbstverständlich herzlich willkommen», sagt FDP-Präsidentin Petra Gössi. «Sie darf sich gerne bei uns melden, wir würden sie auch abholen.»

Am 2. September wird die FDP ihren Mitgliedern die Bundesrats-Kandidaten präsentieren, welche die Fraktion am Tag zuvor für die Nachfolge von Didier Burkhalter kürt.

«Sie wurde zu hart angefasst»

«Elisabeth Kopp sollte wieder voll in die FDP integriert werden», sagt auch FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter, die in den Medien als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann gehandelt wird. «Sie wurde 1988 zu hart angepackt.» Kopp selbst hält im «Montagsinterview» fest: «Wenn ich an diesem Tag schon aus den Spätsommer- ferien zurück bin, werde ich an diesem Anlass teilnehmen.» Kopp war 2002 vorübergehend aus der FDP ausgetreten, weil sie zwar im Oktober jeweils einen Einzahlungsschein für den Mitgliederbeitrag erhielt, aber nicht zu den Fraktionsanlässen geladen wurde.

Im Interview spricht sich Kopp für eine Tessiner Vertretung aus: «Ein Tessiner Bundesrat oder noch besser eine Bundesrätin wäre eine Bereicherung.» Kopp würde es «sehr begrüssen, wenn die FDP wieder eine Frau im Bundesrat hätte», sagt sie. «CVP und SP haben je eine Frau im Bundesrat. Die SVP wartet – wenn überhaupt – darauf, bis Magdalena Martullo-Blocher reif ist. Nur die FDP hat keine Frau. Das ist nicht gut für die Partei.»

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