Die Elternbeiträge beeinflussen die Nachfrage nach Krippeplätzen

Abhängig vom Preis sind im Kanton Zürich zwischen 8000 bis 16 000 neue Krippenplätze für Vorschulkinder nötig. Im Zusammenhang mit den Beratungen des Kantonsrates über die Volksinitiative «Kinderbetreuung Ja!» und dem Gegenvorschlag des Regierungsrates wurden verschiedentlich Daten über den Bedarf an Betreuungsplätzen verlangt.

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Krippe

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Müssen die Eltern ein Drittel der Vollkosten selber zahlen, braucht der Kanton Zürich 16000 neue Krippenplätze.
Wie viele Krippenplätze für Vorschulkinder fehlen im Kanton Zürich? Dieser Frage ist die Firma Infras im Auftrag der Kantonalzürcher Bildungsdirektion nachgegangen. Im Zusammenhang mit den Beratungen des Kantonsrates über die Volksinitiative «Kinderbetreuung Ja!» und dem Gegenvorschlag des Regierungsrates wurden verschiedentlich Daten über den Bedarf an Betreuungsplätzen verlangt. Weder die Volksinitiative noch der Gegenvorschlag geben die genaue Höhe der Elternbeiträge vor. Die Berechnungen der Infras haben nun aber ergeben, dass die Nachfrage massgeblich von der Höhe der Elternbeiträge abhängt.

Müssen die Elternbeiträge im Durchschnitt 75 Prozent der Vollkosten decken (wie das heute in der Stadt Zürich und im Durchschnitt aller Gemeinden der Fall ist), ergäbe dies für den ganzen Kanton einen Zusatzbedarf von 8000 bis 9000 Plätzen für Kinder im Vorschulalter. In der Stadt Zürich wäre die Nachfrage bereits heute gedeckt. Gesamtkantonal müsste die Zahl der Plätze pro 100 Kinder jedoch von heute 14 auf 27 gesteigert werden, um diese potenzielle Nachfrage zu befriedigen. Dies würde Gesamtkosten von 432 Mio. Franken verursachen, wovon 25 Prozent oder 180 Mio. Franken durch Subventionen gedeckt wären.

Werden von den Eltern ein Drittel der Vollkosten, von Kanton und Gemeinden die anderen zwei Drittel verlangt, dann läge der zusätzliche Bedarf bei 15000 bis 16000 Krippenplätzen. Pro 100 Vorschulkinder wären 38 Plätze bereitzustellen. Auch in der Stadt Zürich würden in diesem Szenario rund 1500 Plätze fehlen. Zur Finanzierung der Angebote wären 615 Mio. Franken notwendig, wobei 140 Mio. Franken auf Subventionen entfielen.

51 Gemeinden ohne Angebot

Neben der Nachfrageschätzung auf der Grundlage dieser zwei Preisszenarien zeigt der Bericht, wie sich das Betreuungsangebot für Vorschulkinder entwickelt hat. So stieg der Anteil der Kinder im Vorschulalter, der Betreuungsangebote in Anspruch nahm, in den Jahren 2004 bis 2008 um ein Drittel von 18 auf 24 Prozent. Da Zürich zu den Kantonen mit einer noch wachsenden Zahl Kindern und Jugendlichen gehört, ist davon auszugehen, dass der Bedarf weiter steigt.

Zum bestehenden Angebot hält der Bericht fest, dass mehr als die Hälfte der Plätze in der Stadt Zürich angeboten werden. Hier lag die Betreuungsquote bei 45 Prozent, für 29 pro 100 Vorschulkinder stand ein Betreuungsplatz zur Verfügung. In den übrigen Gemeinden mit Angeboten ergab sich eine Betreuungsquote von 18 Prozent, pro 100 Vorschulkinder gab es 10 Plätze.

Ausserhalb von Zürich stechen die beiden Gemeinden der Seebezirke Meilen und Horgen mit überdurchschnittlichen Angeboten heraus (mit Betreuungsquoten von 30
beziehungsweise 25 Prozent und rund 15 Plätzen pro 100 Vorschulkinder). In 51 Gemeinden besteht kein Angebot. (ant)

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