Polizei
Die einsame Regionalpolizei

Von den heutigen 18 Regionalpolizeien (Repol) im Kanton Aargau ist mit der Regionalpolizei Unteres Fricktal eine einzige nicht im neu gegründeten Verband der Aargauer Gemeindepolizeien – «aus politischen Gründen».

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Repol

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Aargauer Zeitung

Silvan Hartmann

Am Mittwoch wurde die Vereinigung der Aargauer Gemeindepolizeien in einen Verband überführt. Dieser wurde realisiert, um unter anderem enger mit der Kantonspolizei sowie kantonalen und kommunalen Ämtern zusammenzuarbeiten. Dem noch jungen Verband sind von den 18 Regionalpolizeien vorerst nur deren 17 angegliedert. Es fehlt die Regionalpolizei Unteres Fricktal mit Sitz in Rheinfelden. Doch warum?

An der Gründungsversammlung am Mittwoch sagte René Lippuner, Chef Repol Zurzibiet und neuer einstimmig gewählter Verbandspräsident noch vorsichtig: «Die Repol Unteres Fricktal hat sich aus politischen Gründen noch nicht zu einem Beitritt entschlossen.»

Doch was heisst denn «aus politischen Gründen»? Sucht man etwa die Distanz zu den anderen 17 Regionalpolizeien? «Wir finden das Ziel und die Aufgaben des Verbandes gut und wichtig, dass es umgesetzt wird. Daher suchen wir sicher nicht die Distanz», sagt Franco Mazzi, Präsident des Führungsausschusses der Repol Unteres Fricktal und Stadtammann von Rheinfelden.

Fakt ist aber, dass alle 17 Regionalpolizeien des neuen Verbandes Beiträge entrichten müssen, wie dies bei allen Verbänden der Fall ist. Und Rheinfelden ist gemäss Franco Mazzi nicht bereit, für etwas zu bezahlen, wofür die Angestellten noch einen Mehraufwand betreiben und sich für eine nebenamtliche Arbeit zur Verfügung stellen müssten. «Uns geht es nicht einmal um den Betrag. Im Aargau gibt es praktisch für jede Funktion einen Verband, in denen Vorstandsmitglieder wertvolle Arbeit leisten. Und da sind wir mit unseren Angestellten schon gut besetzt», sagt Mazzi. Würde die Stadt Rheinfelden diese Arbeitsstunden und den damit verbundenen Mehraufwand verrechnen - ist sich Mazzi sicher - käme eine stolze Summe zusammen.

Verband will die Repol

Der Rheinfelder Stadtammann habe aber grundsätzlich nichts gegen einen Beitritt. «Wir würden sofort beitreten, wenn es geregelt wird», sagt er. Den Beitritt der Regionalpolizei Unteres Fricktal würde auch René Lippuner freuen: «Ich hoffe, dass sie in der nächsten Zeit noch beitreten. Die Türe ist offen und sie sind herzlich willkommen», sagt Lippuner. Er habe auch gewisses Verständnis für Mazzi, aber man dürfe nicht vergessen, dass der Verband viel Gutes mit sich bringe. «Wir können mit einem Sekretariat den Polizeien gute Dienstleistungen anbieten. Vor allem werden unsere Leute auch auf eine gute Ausbildung zählen können», sagt Lippuner.

Gesellt sich die Regionalpolizei Unteres Fricktal trotz allem noch dazu, würde der Verband alle 250 Polizistinnen und Polizisten, die bei den 18 Regionalpolizeien des Kantons Aargau derzeit beschäftigt sind, betreuen.

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