Die Edlen und Nobeln im mittelalterlichen Säuliamt

Das Neujahrsblatt 2010 «Adel und Burgen im Knonauer Amt» ist zum Preis von Fr 10.- erhältlich in der Buchhandlung Scheidegger, Affoltern sowie bei den Banken auf dem Platz Affoltern und den Weiss Medien AG in Affoltern. (Bild zvg.)

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Das Neujahrsblatt 2010 «Adel und Burgen im Knonauer Amt» ist zum Preis von Fr 10.- erhältlich in der Buchhandlung Scheidegger, Affoltern sowie bei den Banken auf dem Platz Affoltern und den Weiss Medien AG in Affoltern. (Bild zvg.)

Das diesjährige Neujahrsblatt der Gemeinnützigen Gesellschaft ist den mittelalter-lichen Adelsgeschlechtern und ihren Burgen im Knonaueramt gewidmet. Die erst- und einmalige Gesamtschau wird im Rahmen des traditionellen Apéros zum neuen Jahr im Mehrzweckraum des Spitals Affoltern vorgestellt: Am Samstag, 2. Januar 2010 um 16.00 Uhr.

Von den Eschenbacher Freiherren, die um 1200 die Schnabelburg auf dem Albisgrat bewohnten, hat man am ehesten schon gehört. Sie haben mit den Klosterbauten von Kappel und Frauenthal eindrückliche Spuren hinterlassen. Auch das Bezirkswappen geht auf sie zurück. Demgegenüber nehmen sich die kläglichen Überreste ihrer einstigen Burganlage eher dürftig und bescheiden aus. Im Gegensatz zu anderen Schweizer Gegenden erinnern im Knonauer Amt keine weithin sichbaren Ruinen an den Glanz vergangener Zeiten und berühmter Adelsgeschlechter. Umso erstaunlicher und verbflüffender ist es zu vernehmen, dass es zur Zeit der Ritter, der edlen Burgdamen und Minnesänger in fast jeder Ortschaft und jedem Weiler zwischen Albis und Reuss eine Burg gab, die von einem Adelsgeschlecht bewohnt wurde. Eine Tatsache, die kaum bekannt ist. Zum Teil sind Standort und Grundriss der einstigen Anlagen durch archäologische Grabungen nachgewiesen und bestätigt, während die Bewohnerschaft eher im Dunkeln bleibt. So beispielsweise auf dem Ofengüpf (Stallikon) oder auf Baldern. Andernorts, etwa in Affoltern oder Borsikon (Aeugstertal), ist es gerade umgekehrt: Geschichtliche Quellen belegen eindeutig ein ritterliches Geschlecht, die Überreste einer Burg konnten aber nirgends gefunden werden.
Auf dieser spannenden Grund- und Ausgangslage hat sich die Redaktionsequipe des diesjährigen Neujahrsblattes auf Spurensuche begeben, um Belegtes und Vermutetes, historisch Gesichertes und auch Legendäres zusammenzutragen. Entstanden ist eine eindrückliche Gesamtschau, die eine interessierte Leserschaft dazu einladen und verleiten möchte, da und dort selbst nachzuschauen, um sich mit Hilfe konkreter Hinweise eine eigene Vorstellung von den damaligen Verhältnissen zu machen. Die bekanntesten Adelsgeschlechter werden in der Broschüre eingehend beschrieben, was zu einem plastischen und einigermassen realistischen Bild bestimmt beitragen kann. Ebenso aufschlussreich sind die einleitenden Hinweise auf den unterschiedlichen Stand der mittelalterlichen Adelsfamilien. Neben den hochfreien Geschlechtern, die über ihren Besitz frei verfügen konnten, gab es die ritterlichen Dienstleute, die ebenfalls eigene Burgen besassen, aber dem niederen Adel zugerechnet wurden. Zu ihnen gehörten unter anderen die «Böcke von Uerzlikon», denen die Fasnachtsgesellschaft in einem jährlichen Umzug ein ehrendes Andenken bewahrt, obwohl sie längst ausgestorben sind. Alle übrigen Adelsfamilien, welche die Gegend zwischen Albis und Reuss teils sicher, teils unsicher machten, sind ebenfalls untergegangen. Mit einer einzigen Ausnahme: Das «Geschlecht derer von Bonstetten», dem in der Broschüre ein ausführliches Kapitel gewidmet ist, kann sich bis auf den heutigen Tag auf seine illustren Vorfahren berufen und mit Stolz auf eine höchst prominente Ahnenreihe zurückblicken.
Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Affoltern freut sich, mit ihrem Abstecher ins Mittelalter ein anregendes und informatives Neujahrsblatt präsentieren zu können und bei dieser Gelegenheit mit einem edlen Tropfen auf die Edlen von damals und heute anzustossen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen und willkommen. (Ubo)

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