Dies geht aus einem Schreiben der "ELF Switzerland Earth Liberation Front" hervor, das die Polizei bei ihrer Verhaftung im Auto fand. Neben den handgeschriebenen Bekennerschreiben hatten die Angeklagten rund 450 Gramm Sprengstoff, fünf Flaschen Propangas, zwei Kanister Benzin und Anzündwürfel in ihrem Mietauto dabei.

Der 34-jährige Italiener, seine 29 Jahre alte, ebenfalls aus Italien stammende Frau sowie der 26-jährige Tessiner waren am 15. April 2010 bei einer Verkehrskontrolle nahe dem Albispass im Kanton Zürich festgenommen worden. Der Ort befindet sich nur wenige Kilometer entfernt von Rüschlikon und dem damals noch im Bau befindlichen Nanotechnologiezentrum der IBM.

Seither befindet sich das Trio in Haft. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen strafbare Vorbereitungshandlungen zu Brandstiftung sowie Verbergen, Transport und unbefugte Einfuhr von Sprengstoffen vor. Der Verteidiger eines Angeklagten monierte beim Prozessauftakt eine Verletzung der Europäischen Menschenrechtskonvention, weil die drei seit ihrer Festnahme in Isolationshaft gehalten worden waren.

Unterstützung vor dem Gericht

Der Prozess wird am Mittwoch mit den Anträgen des Staatsanwalts und der drei Verteidiger fortgesetzt. Das Urteil wird für Freitag erwartet. Begonnen hatte der Prozess unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, war der Name der drei Angeklagten doch in den Bekennerschreiben zu den Anschlägen auf Swissnuclear und die Schweizer Botschaft in Rom aufgetaucht.

In Bellinzona erhielten "Silvia", "Billy" und "Costa" lautstarke Unterstützung von rund 50 Sympathisanten aus der Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien. Diese skandierten über Megafon Parolen und forderten auf Transparenten die Freilassung ihrer Kameraden.

Die mit einem Grossaufgebot präsente Polizei kontrollierte die Demonstranten und überwachte die Aktion während des ganzen Tages. Auch das Publikum wurde genau kontrolliert. Im Gerichtssaal sassen vor allem Leute aus der autonomen Szene, unter ihnen Andrea Stauffacher, die Wortführerin des Revolutionären Aufbaus Zürich.