Flüchtlinge

Die CVP will in Nordafrika tausende Arbeitsplätze schaffen

Flüchtlingszelte an der Grenze zwischen Lybien und Tunesion

Flüchtlingszelte an der Grenze zwischen Lybien und Tunesion

Ein neuer Vorschlag der CVP zur Flüchtlingsdebatte: Die Entwicklungshilfe zahlt Schweizer Firmen in Nordafrika einen Teil der Lohnkosten, wenn sie Flüchtlinge einstellt. Partei-Exponenten erwarten vom Bundesrat, dass er jetzt aktiv wird.

«Wir versuchen einen ganz neuen Weg, in eine positive und proaktive Richtung», sagt CVP-Nationalrat Pirmin Bischof gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». «Wir wollen private Firmen in die Asylpolitik miteinbeziehen und sie dafür finanziell entschädigen.»

In ihrem Papier zur «Herausforderung Nordafrika/Libyen», das Wahlkampfleiter Gerhard Pfister ausgearbeitet hat, zeigt die CVP auf, wie die Schweiz in Nordafrika «eine «tausende von Stellen» (Bischof) schaffen kann. «Wir wollen, dass der Bund Schweizer Firmen vor Ort animiert, Leuten einen Arbeitsplatz zu geben, die potentielle Wirtschafts-Flüchtlinge sind», sagt Bischof.

Bundesrat soll aktiv werden

Die Schweiz könnte mit Entwicklungshilfegeldern Schweizer Unternehmen in Nordafrika etwa für sechs Monate oder ein Jahr einen Teil der Lohnkosten bezahlen. Es gehe dabei in erster Linie um Tunesien und Ägypten und eventuell um Libyen. «Unter Umständen aber auch um Algerien, Marokka und sogar Jemen.

Im Papier schlägt Gerhard Pfister auch vor, der Bundesrat solle ein Treffen mit Wirtschaftsverbänden und Vertretern internationaler Schweizer Unternehmer initiieren. CVP-Präsident Christophe Darbellay spricht von einer „Win-Win-Situation par excellence". Gleichzeitig will die CVP das Schengen-Dublin-System stärken. Die Flüchtlinge sollen mit ihren Fingerabdrücken konsequent bereits an der Aussengrenze erfasst werden. Flüchtlinge, die einen Asylantrag stellen, sollen ein Verfahren erhalten - und proportional zur Bevölkerungsstärke auf die Schengen-Staaten aufgeteilt werden.

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