Körperkult

Die Brüste der Schweizerinnen werden immer grösser

Die Unterwäsche-Verkäufe zeigen: Schweizer Frauen sind obenrum deutlich praller geworden. Statt wie bisher einem B-Körbchen tragen die meisten heute einen BH in Grösse C oder D. Die Gründe reichen von veränderter Ernährung bis hin zu Brust-OP's.

Wer wissen will, wie es um die Oberweite der Schweizerinnen steht, wirft einen Blick auf die Unterwäscheverkäufe im letzten Jahr. Der Trend ist klar: «Bei den BH's gibt es eine Verlagerung von B-Cups in Richtung C- oder D-Cups», sagt Stefan Erzinger vom Online-Unterwäsche-Anbieter underwear24. Die gleiche Entwicklung bestätigen auch die Unterwäschehersteller Calida und Triumph.

Die Brüste der Schweizerinnen werden immer grösser

Die Brüste der Schweizerinnen werden immer grösser

Doch woher kommt die «Busenexplosion»? Für Claudia Meuli, Präsidentin der Gesellschaft für plastische Chirurgie und Chefärztin am Kantonsspital Aarau, gibt es verschiedene Gründe für diese Entwicklung. «Zum einen ist die Bevölkerung schwerer als früher, insbesondere die jungen Mädchen.» Steigen die Kilos, wachse auch die Brust.

Früher erwachsen

Ausserdem seien die Mädchen heute früher erwachsen: Während in den 50-Jahren die Menstruation im Schnitt erst mit 15 oder 16 Jahren einsetzte, haben heute schon 11-Jährige das erste Mal ihre Tage.

Eine andere mögliche Erklärung sind Hormone, die Frauen beim Essen oder Trinken zu sich nehmen. Sie könnten einen erheblichen Einfluss auf die Busengrösse haben. Hinzu kommt das Schlucken der Antibabypille, die laut Experten die Brust ebenfalls wachsen lässt.

Doch immer öfter steckt hinter einer grösseren Brust ein operativer Eingriff. «Wir beobachten eine klare Steigerung von Brust-Operationen», sagt Sascha Dunst, Leiter Plastische und Ästhetische Chirurgie von Artemedic in Olten. Im letzten Jahr haben die Ärzte der Klinik zwischen 70 und 90 Frauen die Brüste vergrössert.

Bei Brust-OP's ist ein C besonders gefragt

Und die Frauen, die bei Dunst in der Praxis stehen wollen es üppiger als früher. «Vor fünf Jahren waren die Patientinnen bei der gewünschten Brustgrösse deutlich zurückhaltender», so der Arzt. Wer also ein A-Körbchen hatte und früher noch mit einer Vergrösserung auf ein B-Körbchen zufrieden war, will heute ein C.

Dabei ist Silikon immer noch das meist verwendete Produkt, obwohl die neueren Methoden mit Eigenfett und Gel, welches in die Brust gespritzt wird, ebenfalls im Kommen sind.

«Das Schönheitsideal entspricht heute einer schlanken Frau mit einer relativ grossen Brust», sagt Dunst. Vorbilder sind dabei die Models Heidi Klum, Gisele Bündchen oder Adriana Lima, die alle ein C-Körbchen tragen.

Auch reifere Frauen denken über OP nach

Gerade die jungen Frauen zwischen 20 und 30 Jahren sehen die Victoria-Secret-Sternchen als Vorbild. Bei den Frauen zwischen 30 und 40 Jahren ist der Grund für die Brustvergrösserung meist ein anderer: Sie haben eine oder mehrere Schwangerschaften hinter sich und sind mit ihrem Busen nicht mehr glücklich.

Interessant ist, dass sich heute auch ältere Frauen Gedanken über eine Brustvergrösserung machen. Arzt Dunst dazu: «Der Trend, dass reifere Frauen sich unters Messer legen wollen ist neu.» Auch Meuli beobachtet diese Entwicklung. Ihre Begründung: «Brust-Operationen sind heute weniger ein Tabuthema.» Zudem hätten sich die Frauen, was ihren Körper betrifft, emanzipiert: «Dass heisst, sie wollen den Eingriff für sich selbst, nicht für jemand anderen.»  (jep)

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