Petition
Die Bewohner der «falschen Stadtseite» machen mobil

«Quartierläbe» überreicht Stadtpräsident Thomas Rufener eine Petition, um die Bushaltestelle Weissensteinstrasse zu retten. Die Anwohner der Weissensteinstrasse kämpfen um die Linie 14. Der neue Fahrplan lasse sie links liegen.

Drucken
Teilen
Initianten

Initianten

Solothurner Zeitung

Julian Perrenoud

Stadtpräsident Thomas Rufener erreichte die Weissensteinstrasse gestern Vormittag statt im Bus auf dem Velosattel. Er hatte sich einen Termin freigeschaufelt, um an der blau-gelben Haltestelle eine Petition mit über 1000 Unterschriften entgegenzunehmen.

Update

Der neue Fahrplan wird ab diesem Winter das Langenthaler Ortsbusnetz verändern: Die Linie 14 soll nicht mehr durch die Weissensteinstrasse verlaufen. Folge: Die dortige Haltestelle und jene der Sportanlagen verschwinden. Dieser Beschluss der Regionalen Verkehrskonferenz Oberaargau (RVK) stiess die Anwohner sauer auf. (JPW)

Die betroffenen Anwohner, mindestens 50 waren erschienen, wollen sich wehren, dass ihre Bushaltestelle am 13. Dezember aus dem Verkehr gezogen wird. Verantwortlich hierfür ist die Regionale Verkehrskonferenz (RVK); sie will mit der Linie 14 nicht mehr das Gebiet Dreilinden bedienen. Die Bewohner müssten so die Linie 1 bei der Station Zelgli benützen.

Stadt endet nicht am Bahnhof

Das passt den Initianten von «Quartierläbe» ganz und gar nicht: Die Entscheidungsträger würden Neubauten, SGM-Klinik sowie Arztpraxen um die Weissensteinstrasse ausser Acht lassen, sagte Peter Stalder. Mit seiner Frau Martha wohnt er seit 27 Jahren dort. Sie sagte: «Es macht uns traurig, wenn wir hören, dass wir auf der falschen Stadtseite wohnen.» Eben erst habe ein Grossanlass der Armee zeigen sollen, dass der Kanton Bern nicht in Burgdorf aufhöre. «Uns ist es wichtig, dass Sie, Herr Rufener, und die Planer wissen, dass Langenthal nicht beim Bahnhof aufhört.»

Ein anderer Anwohner fragte, ob er fortan über Lotzwil müsse, um in der Stadt einzukaufen. Die Linie 14 soll neu von Schoren via Stadtzentrum nach Lotzwil verkehren (den Bahnhof Langenthal fährt sie nicht mehr an). Die Lotzwiler hätten ja schon den Zug, beschwerte sich ein älterer Mann.

Bitte im 15-Minuten-Takt

Rufener, auch Vize-Präsident der RVK, hörte sich die Vorwürfe an. Er sei nicht zum Diskutieren hier, liess er die Initianten wissen, da er nicht ohne den Gemeinderat über die Verkehrspläne entscheiden könne.

Sorge bereitet vielen Anwohnern der Weg zum Zelgli: Die Station sei die gefährlichste in ganz Langenthal. Gerade im Winter. Velos auf dem Trottoir, rücksichtslose Autofahrer am Fussgängerstreifen. In der Petition fordert «Quartierläbe» weiterhin einen Bus für die Weissensteinstrasse - dazu noch im 15-Minuten-Takt. Dies sei mit dem zusätzlich geplanten Bus möglich.

Bald soll eine Delegation nochmals beim Stadtpräsidenten vorstellig werden, um das Petitions-Ergebnis des Gemeinderats zu besprechen. Er werde sich um einen neuen Termin kümmern, versprach Rufener, schwang sich auf den Sattel und radelte davon.

Aktuelle Nachrichten