Baden

«Die Aufgabe ist extrem schwierig»

Dépendance Ochsen (l.) wird restauriert. Rechts: «Ochsen», hinten Dépendance Bären.

Ochsen

Dépendance Ochsen (l.) wird restauriert. Rechts: «Ochsen», hinten Dépendance Bären.

Im Badener Bäderquartier war es lange ruhig auf dem «Verenahof»-Geviert. Hinter den Kulissen wird jedoch eifrig geplant. Für die Gesamtstudie sind nun drei Projekte in die zweite Runde geschickt worden. Daneben wird aber bereits gebaut.

Roman Huber

Nicht nur bei der Verenahof AG wartete man mit Spannung auf Anfang Juni. Bis dann hätten Botta, Diener & Diener, Dudler und Co. ihre Projekte für das «Verenahof»-Areal im Limmatknie vorlegen sollen. Doch die Stararchitekten müssen in eine zweite Runde gehen. Genau gesagt: Noch drei sind im Rennen.

Es ist Nicht so, dass die besten Architekturbüros der Schweiz ihre Arbeit nicht gut gemacht hätten. «Die Aufgabe ist extrem schwierig und komplex», erklärt Stadtammann Stephan Attiger, der als oberster Entwicklungsplaner der Stadt Baden eng mit dem Investor zusammenarbeitet. Attiger weist auf die vielen Rahmenbedingungen hin: «Da spielen Geologie, Archäologie, Denkmalschutz, Gewässer- und Waldabstand hinein, und es werden hohe Anforderungen punkto Stadtbild gestellt.» Diese Komplexität habe eine zweite Planungsrunde notwendig gemacht. Die drei Büros sollen mit einem Zusatzauftrag ihre Projekte optimieren.

Es laufe alles ineinander, fügt Benno Zehnder, VR-Präsident der Verenahof AG, an. Für ihn ist etwas entscheidend: «Das Bad muss sitzen!» Bei der Konzeption des neuen Thermalbades könne man sich keine Fehler erlauben, denn solche hätten wirtschaftliche Konsequenzen. Weniger problematisch ist der Wohnanteil, der mit 50 Prozent definiert ist. Er lasse sich über die drei Baufelder Thermalbad, Staadhof-Areal, «Verenahof»-Dreieck austauschen. Die andern 50 Prozent müssen für bädernahe Nutzungen eingesetzt werden. Auch hier ist ein gewisser Spielraum offen.

Überhaupt: Es geht vorwärts auf dem «Verenahof»-Areal. Das bekommen seit einigen Wochen Passanten und Thermalbadgäste mit. Nachdem die Kantonsarchäologie die alten Gebäude untersucht und eine Bestandesaufnahme gemacht hat («Sonntag» 13. 5.), wird nun im Bereich Dépendance «Ochsen» gebaut bzw. saniert. Den neobarocken Bau versetzt man äusserlich in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Die Stuckaturen, die sich in den vielen Jahrzehnten durch Wind, Wetter und Umwelteinflüsse beinahe bis zur Unkenntlichkeit verborgen haben, werden hervorgeholt. Angelehnt an den früheren Zustand wird auch die Farbgebung erfolgen. Die Restaurierung ist mit der kantonalen Denkmalpflege abgesprochen, das Gebäude steht unter Schutz.

«Bereits Mitte Juli wird eine Software-Firma in die ‹Ochsen›-Dépendance einziehen», sagt Benno Zehnder, der mit weiteren Interessenten fürs Bäderquartier Gespräche führt. Attiger ist über diese Entwicklung froh. Die rund 70 bis 75 Arbeitsplätze würden zu einer guten Durchmischung beitragen, denn Arbeitsplätze seien für ein funktionierendes Leben in diesem Quartier wichtig. Total würden auf diesem Teil des «Verenahof-Areals» 2200 Quadratmeter Büroflächen entstehen. Zudem sind vier bis fünf Wohnungen geplant.

Das ist erst der erste Schritt im Geviert der Verenahof AG. Die «Ochsen»- Dépendance wird dadurch gewinnen, indem sie von den rückwärtigen Baukörpern befreit wird. Diese werden abgebrochen und samt der Dépendance «Bären» neu gebaut. Im «Verenahof»-Dreieck (ca. 3000 m2), wo der zweite Schritt erfolgen wird, ist eine bädernahe Nutzung vorgesehen. Man ist mit einer Rehabilitationsklinik im Gespräch. Der dritte Schritt passiert beim «Staadhof», der abgebrochen werden muss.

Als Nächstes wird das Baugesuch für den Bereich der Dépendancen erwartet. Allein das Investitionsvolumen auf diesem Arealteil beträgt rund 10 Millionen Franken.

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