Aarau
Die Aarauer Steuerbehörde hat Verspätung

Wer in Aarau Steuern zahlt, muss sich nicht wundern, wenn die definitive Steuerrechnung bis Ende Jahr nicht im Briefkasten liegt. Man sei in Rückstand geraten, heisst es auf der Steuerverwaltung.

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Langsame Aarauer Steuerbehörde . . .

Langsame Aarauer Steuerbehörde . . .

Deborah Balmer

Mitunter wartet man in Aarau lange auf die definitive Steuerrechnung – es soll sogar Fälle geben, wo mit viel Verspätung drei definitive Jahresrechnungen auf einmal in den Briefkasten flatterten. Dies bestätigt auch der Leiter der Steuerverwaltung Aarau, Roland Rüede: «Es ist vorgekommen, dass jemand lange auf die Veranlagungen warten musste».

In der Steuerverwaltung im zweiten Stock der Hauptpost in Aarau stapeln sich die Steuererklärungen. Und es werden immer mehr: 13000 Steuererklärungen müssen bearbeitet werden. Dieses Jahr sind es sogar noch 2500 mehr als sonst. Die zusätzlichen Steuererklärungen kommen aus dem neuen Stadtteil Rohr. Dafür habe man drei neue Sachbearbeiter angestellt, sagt Roland Rüede, seit 27 Jahren Leiter der Steuerbehörde in Aarau. Er weiss jetzt schon: «2010 werden wir kämpfen müssen.» Damit meint er, dass die Vorgaben des Kantons wohl erneut nicht eingehalten werden können: Diese verlangt, dass 70 Prozent aller Steuerzahler die Veranlagung bis Ende Jahr im Briefkasten haben müssen.

2009 hat dies nicht geklappt. Roland Rüede nennt die Gründe: «Wir hatten einerseits viele personelle Wechsel und andererseits krankheitsbedingte Ausfälle.» Bis jemand dann wieder eingearbeitet ist, dauere das seine Zeit, so Rüede. Und weiter: «Zudem waren wir bis im Januar 2010 personell klar unterdotiert.»

Ein Produktionsjahr verloren

Der Leiter der Steuerverwaltung betont zudem, dass es äusserst schwierig sei, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden: «Bei den Steuerbeamten ist der Arbeitsmarkt ausgetrocknet», sagt Rüede. Nach Gründen muss Roland Rüede nicht lange suchen: «Als Steuerbeamter ist man nicht ein gern gesehener Kumpel und die Arbeit mit der Bevölkerung ist oft nicht einfach.»

Jeder Sachbearbeiter auf dem Büro in Aarau betreut etwa 1500 Steuerzahler, aufgeteilt nach Alphabet. «Je nachdem, wie effizient jemand arbeitet, bekommt man die definitive Rechung dann auch früher oder später», so Rüede. Auch wenn der Leiter des Steueramtes zu bedenken gibt, dass die Gründe für eine Verspätung nicht immer beim Steueramt liegen: «Vielleicht hat sich bei einer Person etwas geändert, sie hat Aktien gekauft. Und wir mussten das noch genau überprüfen.»

Roland Rüede fallen noch mehr Gründe ein für die Verzögerung: Vor drei Jahren ist die Steuerbehörde der Stadt vom Rathaus in die Hauptpost umgezogen. Durch das Zügeln seien pro Mitarbeiter drei Wochen Produktion weggefallen. «Rechnet man das hoch, gibt das ein ganzes Produktionsjahr», so
Roland Rüede.

Auch die Fusion mit Rohr hat Zeit gekostet. Immerhin: Obwohl die Behörde in Rückstand geraten ist – im kantonalen Vergleich steht die Stadt bezüglich der Einhaltung der Behandlungsfristen noch immer im Durchschnitt.

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