«Die A4 ist ein Musterbeispiel, das Geschichte machen wird»

Bundesrat Moritz Leuenberger bezeichnete die A4 durchs Knonauer Amt als die «nachhaltigste Autobahn, die jemals gebaut worden ist.» Lärmschutzmassahmen und ein Drittel öklologische Ausgleichsfläche bedeuten nach den Worten des Verkehrsministers Weltrekord.

Leuenberger holte an der Eröffnungsfeier am Freitagmittag in seiner Festansprache in Affoltern am Albis vor 200 Gästen bei den Römern aus, als Cäsar die Absicht, eine Strasse nach Turicum zu bauen wieder auf Eis legte und bis zur Vollendung von Verkehrswegen Jahrhunderte verstrichen. Heute, sagte er, gehe in der direkten Demokratie im Vergleich zu damals alles viel schneller. "Lumpige 50 Jahre sind verstrichen seit dem Beschluss des Bundesrates über das Autobahnnetz" und 38 Jahre seit der erste Bagger aufgefahren ist", sagte er mit ironischen Unterton.

Die A4 bezeichnete der Verkehrsminister als die nachhaltigste Autobahn aller Zeiten - eine 15,9 km lange Verbindung durchs Säuliamt, bei der dank entsprechenden Massnahmen keine Lärmgrenzwerte überschritten werden. "Hier wird es fast so still sein wie im Schwarzwald", scherzte Leuenberger.

Mit einer Bauweise wie in den 70er-Jahren hätte man im Säuliamt eine intakte Landschaft zerstört und Sünden - wie etwa in Opfikon - mit Überdeckungen korrigieren müssen. "Eine Autobahn mit einem Drittel ökologischer Ausgleichsfläche, das sei Weltrekord", hielt der Verkehrminister fest. Man habe in dieser Hinsicht in den letzten Jahren viel gelernt. Die Bauart wie bei der A4 werde künftig zum Standard im Schweizer Nationalstrassenbau.

Netzausbau nur mit Erhöhung der Mineralölsteuer möglich

Allerdings stelle sich die Frage, ob es mit Strassenbau so weitergehen könne. Laut Verkehrsprognosen wachse die Mobilität bis ins Jahr 2030 um 20 bis 35 Prozent - Voraussagen, die laut Leuenberger jeweils von der Realität überholt werden. Soll man also, wie bei Cäsar, neue Bauten auf Eis legen? Auch aus finanziellen Gründen. Ergo gehe es vorerst darum, in den nächsten 20 Jahren die zwölf grössten Nadelöhre auf dem Schweizer Strassennetz mit dem Bau von zusätzlichen Fahrspuren zu beheben. Aber Staus verschieben sich laut Leuenberger einfach; mit Engpässen sei überall zu rechnen. Netzerweiterungen, sagte er, seien nur durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer-Erhöhung möglich - eine Steuer, die auch zur Finanzierung eines Ausbaus des öffentlichen Verkehrs verwendet werden müsse. Strassen optimieren, den öffentlichen Verkehr ausbauen. Moritz Leuenberger sieht auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge eine Zukunft.

Markus Kägi und Heinz Tännler, die Baudirektoren der Kantone Zürich und Zug, zeigten sich gleichsam erleichtert darüber, dass die A4 nun endlich dem Verkehr übergeben werden konnte. (-ter.)

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