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Die A-Post wird in absehbarer Zeit teurer

Der Preis eines A-Post-Briefes decke seine Kosten nicht, sagt die Postchefin im Interview mit der «Nordwestschweiz». Der Grund: Es werden immer weniger Briefe verschickt, die Gewinne gehen zurück, der Aufwand bleibt jedoch gleich.

Im Interview mit der «Nordwestschweiz» nennt die neue Post-Konzernchefin Susanne Ruoff noch keine konkreten Zahlen, sie stellt aber klar: «Man muss sich auch in Zukunft auf Preiserhöhungen einstellen.» Denn: «Der Preis von einem Franken deckt die Kosten im Privatkundengeschäft heute nicht.» Qualität und Zuverlässigkeit der Dienstleistungen müssten «angemessen bezahlt werden».

Noch verlangt der gelbe Riese für einen A-Post-Brief einen Franken. Bei der B-Post sind es 85 Rappen. Die letzte Erhöhung liegt neun Jahre zurück; die nächste wird laut Ruoff nicht vor 2014 erfolgen. Bei einer Preiserhöhung macht Ruoff einen Unterschied zwischen Privat- und Geschäftskunden: Viele Privatkunden seien bereit, mehr zu zahlen. Bei Geschäftskunden mit grossen Volumina sei der Preis ein entscheidendes Kriterium, ob überhaupt noch Briefe verschickt würden.

Konsequenzen gezogen

Notwendig werde der Aufschlag, da das Briefvolumen jedes Jahr um zwei Prozent schrumpfe und damit auch die Gewinne entsprechend zurückgingen. Im letzten Jahrzehnt hätten die Kunden an den Schaltern 50Prozent weniger Briefe und 47Prozent weniger Pakete aufgegeben sowie 20Prozent weniger Einzahlungen getätigt.

Im Interview deutet Ruoff zudem an, dass die Post Lehren aus der Moneyhouse-Affäre gezogen hat: «Wir können es uns nicht leisten, gegen das Datenschutzgesetz zu verstossen», sagt sie. Um die Sicherheit der Adressbestände zu gewährleisten, stehe der Konzern mit dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür im Kontakt. Die «Nordwestschweiz» hatte diesen Sommer publik gemacht, dass zum Teil gesperrte Adressen aus den Datenbeständen der Post auf dem Internetportal Moneyhouse gelandet waren.

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