Gesundheitsminister Didier Burkhalter gab sich gestern am Rande eines Spitalkongresses in Bern gewohnt staatstragend. Auf die Frage, ob er sich am 14.Dezember einer Wiederwahl in den Bundesrat stelle, sagte der Neuenburger FDP-Magistrat gegenüber der az: «Diese Frage stellt sich gar nicht. Es ist nicht vorgesehen, dass ein Bundesrat seine Kandidatur einreichen muss.» «Können machen, was sie wollen.»

«Beobachte meine Kollegen nicht»

Das Verhalten von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Wirtschaftsminister Johann-Schneider-Ammann mochte Burkhalter zunächst nicht kommentieren. «Ich beobachte meine Kollegen nicht, sondern arbeite mit ihnen zusammen.» Widmer-Schlumpf und Schneider-Ammann hatten in den letzten Tagen öffentlich erklärt, sie würden für eine Wiederwahl zur Verfügung stehen.

Auf erneutes Nachbohren gab Burkhalter dann aber doch Auskunft zum öffentlichkeitswirksamen Werben seiner beiden Ratskollegen: «Meine Kollegen können machen, was sie wollen. Sie sind frei – ich bin schliesslich ein Liberaler.» Das lässt zumindest vermuten, dass die Ankündigungen der beiden bei ihm keinen würdigen Eindruck hinterlassen hätten. Er selbst halte sich lieber an die Tradition.

Die sehe vor, bis zum Schluss zu regieren und am 14. Dezember abzuwarten, was das Parlament entscheide. «Ich mache meine Arbeit, keinen Wahlkampf.» Wie diese Arbeit mitunter aussieht, war vorher zu beobachten gewesen: 20 Minuten lang hatte er Spitalvertreter aus der ganzen Schweiz davon zu überzeugen versucht, dass in der integrierten Versorgung (Managed Care) die Zukunft des Schweizer Gesundheitssystems liege.