Gentests

Deutschland regelt Gentests - Strikte Auflagen für Diagnostik

Strikte Auflagen bei Gentests

Strikte Auflagen bei Gentests

In Deutschland gelten künftig strikte Auflagen für Gentests bei Menschen. Der Bundestag beschloss ein Gesetz, auf das sich die schwarz-rote Koalition nach langwierigen Debatten verständigt hatte.

Danach soll es ein Recht auf Wissen ebenso wie auf Nichtwissen bei genetisch bedingten Krankheiten geben. Für die Verwendung der Ergebnisse von Gentests - etwa durch Arbeitgeber oder durch Versicherungen - sollen strikte Auflagen gelten.

So dürfen Arbeitgeber von Bewerbern keine Gen-Untersuchungen verlangen. Versicherungen dürfen ebenfalls nicht darauf bestehen. Ausnahmen sind nur beispielsweise bei Lebensversicherungen mit extrem hohen Summen zulässig.

Babys können vor der Geburt zwar aus medizinischen Gründen getestet werden. Nicht erlaubt sind solche Untersuchungen aber, wenn Eltern nur Aufschluss über das Geschlecht des Ungeborenen oder dessen mögliche Eigenschaften haben wollen. Heimliche Vaterschaftstests werden verboten und mit einer Strafe bis zu 5000 Euro geahndet.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gestand vor der Abstimmung im Parlament ein, dass die Regelungen nicht alle Wünsche erfüllten. Wie schwierig die Probleme seien, zeige sich daran, dass zehn Jahre über eine Regelung gestritten worden sei.

In der Schweiz musste der Datenschutzbeauftragte auch schon aktiv werden, um heimliche Vaterschaftstests zu verhindern. Bei der Einführung von Tests zweier Firmen musste er intervenieren, um die Einwilligung aller Betroffenen bei solchen Tests sicherzustellen und damit die Persönlichkeitsrechte zu garantieren.

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