Nach 22 Jahren besuchte erstmals wieder ein deutscher Aussenminister den Irak. Deutsche Firmen stünden bereit für Projekte. "Die Sicherheitslage ist nach wie vor schwierig und wir dürfen sie nicht schönreden", erklärte Steinmeier. Es seien aber deutliche Anzeichen für wachsende politische Stabilität erkennbar.

Die irakische Regierung wertete den Besuch als Vertrauensbeweis. "Er zeigt das wachsende Vertrauen in unser Land", sagte der irakische Aussenminister Hoschiar Sebari bei einer gemeinsamen Medienkonferenz.

Vor allem nach der Unterzeichnung des Truppenabzugsabkommens zwischen dem Irak und den USA kämen nun viele Staaten aus der Deckung, die vorher noch abgewartet hätten, sagte Sebari.

Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki erklärte: "Die deutschen Firmen müssen gar keine grossen Anstrengungen unternehmen, um sich hier wieder zu etablieren. Sie waren hier früher sehr aktiv und geniessen einen guten Ruf."

Aus Sicherheitsgründen war Steinmeiers Besuch vorab nicht angekündigt worden. Vor seinem Abflug in Berlin sagte er nach Angaben seines Ministeriums, die irakische Regierung habe in den vergangenen Monaten "wichtige Erfolge bei der politischen Stabilisierung des Landes erzielt."

Die Bundesregierung unter dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder hatte sich 2003 gegen die von den USA angeführte Invasion zum Sturz von Präsident Saddam Hussein gestellt, weshalb der Steinmeier-Besuch jetzt sowohl in Berlin als auch in Bagdad als Beginn einer neuen Ära in den bilateralen Beziehungen gesehen wird.

Als Gründe für diese Trendwende nennt das Aussenministerium den Regierungswechsel in Washington, die zunehmende Eigenständigkeit der irakischen Regierung, die Verbesserung der Sicherheitslage und Fortschritte im politischen Prozess.