Unklar blieb zunächst, welche Wellen der Konflikt innerhalb der Union und der grossen Koalition schlagen wird. Der Minister geniesse weiterhin sein Vertrauen, sagte Seehofer nach Angaben eines Sprechers in München.

"Ich habe Michael Glos in einem Telefonat mitgeteilt, dass ich dieser Bitte nicht entspreche." Er werde die Beweggründe, die Glos in einem Brief an ihn dargelegt habe, "in einem persönlichen Gespräch mit ihm erörtern".

Glos hatte in dem Schreiben angesichts der Bundestagswahl im Herbst auf sein Alter und die notwendige Reform der CSU verwiesen.

Nach dem schwachen Abschneiden der Partei bei der bayerischen Landtagswahl seien "Erneuerung, Gestaltungskraft und Glaubwürdigkeit mehr denn je gefragt", zitiert die "Bild am Sonntag" aus dem Brief. Nach dpa-Informationen aus Unionskreisen soll das zerrüttete Verhältnis von Glos' zu Seehofer Mitauslöser für das Rücktrittsgesuch gewesen sein.

Der amtsmüde Wirtschaftsminister schreibt, er habe Seehofer auch schon vor der neuen Regierungsbildung in Bayern angeboten, über sein Amt zu verfügen. Formal ist die Kanzlerin für die Besetzung des Kabinetts zuständig.

Seine Lebensplanung sehe so aus, dass er sich nach dem 65. Lebensjahr zurückziehen wolle, betont Glos. Auf jeden Fall wolle der Minister nach der Bundestagswahl am 27. September nicht mehr der Regierung angehören.