Deutschland

Deutscher Bundestag beschliesst Heroinabgabe an Schwerstabhängige

Eine Ampulle Diamorphin

Eine Ampulle Diamorphin

Nach jahrelanger Debatte hat der Bundestag die kontrollierte Heroinabgabe an Schwerstabhängige beschlossen. Ein Antrag aus der CDU, die Abgabe von synthetischem Heroin - sogenanntem Diamorphin - nur als Versuch fortzuführen, fand keine Mehrheit.

In namentlicher Abstimmung in zweiter Lesung votierten 349 von 550 Abgeordneten für einen entsprechenden fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf. Dem beschlossenen Gesetz zufolge soll Diamorphin künftig nicht mehr als illegale Droge eingestuft, sondern als verschreibungsfähiges Betäubungsmittel zugelassen werden.

Die Behandlung mit dem synthetischen Heroin soll nur bei schwerstabhängigen angewendet werden, die nach herkömmlichen Methoden wie der Methadon-Substitution nicht therapierbar sind. Patienten müssen mindestens 23 Jahren alt und seit mindestens fünf Jahren abhängig sind. Zudem müssen sie zwei erfolglose Therapien hinter sich haben.

In der teils hitzigen Debatte im Bundestag hob die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Carola Reimann, hervor, dass auch CDU-geführte Städte und Länder das Gesetz unterstützten. "Es geht darum, Schwerstabhängigen mit massiven Gesundheitsproblemen wieder eine Perspektive zu eröffnen", sagte sie.

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