Steuergelder
Deutsche Steuersünder schmuggeln immer öfter Bargeld aus Schweiz zurück

Immer mehr Steuerhinterzieher aus Deutschland plündern ihre Schweizer Konten. Einige bleiben am Zoll hängen. Dessen Mitarbeiter stellen immer häufiger geschmuggeltes Geld oder auch Schlüssel zu Bankschliessfächern fest.

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Grenzübergang Konstanz. Auch hier fallen immer öfter Deutsche auf, die Bargeld aus der Schweiz mitbringen.

Grenzübergang Konstanz. Auch hier fallen immer öfter Deutsche auf, die Bargeld aus der Schweiz mitbringen.

Keystone

Es kommt immer öfter vor, dass deutsche Beamte an der Schweizer Grenze auf Schwarzgeld stossen. «Zum Teil werden wir bei jedem dritten Auto fündig», sagt Hagen Kohlmann vom Hauptzollamt Ulm der «Werbewoche». Der Mann ist für die Grenzen im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz zuständig.

Doch nicht nur die Zahl der Delikte, auch die Summe der geschmuggelten Gelder hat zugenommen. Immer häufiger liegen diese im sechsstelligen Bereich. Pro Person darf man maximal 10000 Euro an undeklariertem Bargeld in die EU einführen. 2012 hatten deutsche Zollbeamte noch 9,3 Millionen Euro sichergestellt. Im folgenden Jahr verzeichneten sie einen sprunghaften Anstieg auf 573 Millionen Euro.

Die deutschen Steuersünder lassen sich teilweise einiges einfallen. Die Zollbeamten registrieren etwa, dass Autos mit vier oder fünf Insassen öfter von der Schweiz nach Deutschland einreisen, wobei die Personen alle 9800 oder 9900 Euro dabei haben. Eine Busse können die Beamten damit zwar nicht aussprechen, aber immerhin das Finanzamt informieren.

Und das ist nicht das einzige, was die Zöllner den Finanzämtern stecken. Sie stossen bei ihrer Arbeit nämlich auch immer öfter auf Schüssel von Bankschliessfächern. Das sei ein Zeichen dafür, dass viele Steuerhinterzieher ihre Konten leergeräumt haben und das Geld stattdessen in Schliessfächern gebracht haben. (pz)

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