Tiefenlager

Deutsche nehmen Stellung zum möglichen Tiefenlager «Bözberg»

Zugangsbereich zum Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Forsmark, Schweden.peter belart

Tiefenlager Schweden

Zugangsbereich zum Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Forsmark, Schweden.peter belart

Als möglicher Standort für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist die Region Fricktal im Gespräch.

Walter Christen

Eine deutsche Expertengruppe kommt zum gleichen Schluss wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat und die Kommission für nukleare Entsorgung und erachtet den Standort Bözberg ebenfalls als geeignet.

Die vom deutschen Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingesetzte Expertengruppe Schweizer Tiefenlager (EschT) hat den zweiten Teil ihres Gutachtens zur ersten Etappe des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager veröffentlicht. Sie kommt darin weitestgehend zu den gleichen Ergebnissen wie vorher das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) und die Kommission für nukleare Entsorgung (KNE) und stützt somit die Standortvorschläge der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra).

Bözberg als einer von sechs
Sechs Regionen in der Schweiz eignen sich gemäss Vorschlag der Nagra grundsätzlich für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Die Region Bözberg/Fricktal ist eine dieser Regionen.

Die EschT hält in Teil II der sicherheitstechnischen und geowissenschaftlichen Aspekte unter anderem fest: «Die Nagra ist nach fundiertem und aktuellem Stand der Wissenschaft vorgegangen. Das Standortauswahlverfahren erfolgt in der vorgegebenen methodischen Vorgehensweise.»

«Transparente Bedingungen»
Aus Sicht der ESchT sind die Randbedingungen, welche die Grundlagen für die weiteren Schritte bilden, «sehr systematisch, umfassend und transparent abgeleitet» worden. Dies betreffe sowohl die Erfassung der insgesamt zu entsorgenden radioaktiven Abfallarten und ihrer Eigenschaften als auch die Festlegung der Abfallmenge, die den Platzbedarf für die Tiefenlager bestimmt. Die Schweiz gehe von einer mittelfristig weiteren Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung aus.

Vor diesem Hintergrund - dass zurzeit Gesuche für den Neubau von Atomkraftwerken an bereits bestehenden Standorten eingereicht worden seien - erscheine es im Sinne einer vorsorgenden Planung konsequent, die insgesamt zu entsorgende Abfallmenge daran auszurichten.

Insgesamt kommt die deutsche Expertengruppe zum Ergebnis, dass die verwendeten Indikatoren «umfassend dargestellt und in der Regel mit angemessenen Bewertungsskalen hinterlegt» seien.

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