Deutsche Bundeskanzlerin Merkel überraschend in Afghanistan

Merkel besucht deutsche Truppen

Merkel besucht deutsche Truppen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überraschend in Afghanistan eingetroffen. In Begleitung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung landete sie im Feldlager Kundus im Norden des Landes.

"Es gibt Hoffnung", sagte Merkel nach dem Besuch des Lagers. Die Sicherheitslage müsse aber verbessert werden. Dabei komme dem Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte grosse Bedeutung zu.

Unmittelbar nach dem Besuch wurde das Wiederaufbauteam der Bundeswehr in Kundus mit zwei Raketen beschossen. Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte, schlugen die Geschosse ausserhalb des deutschen Geländes ein. Niemand sei verletzt worden.

Das Nachrichtenportal "Spiegel Online" zitierte den Sprecher der Taliban, Sabihullah Mudschahed, der Beschuss sei eine "gezielte Attacke" auf die Kanzlerin gewesen. Mudschahed sagte, die Taliban hätten von dem unangekündigten Besuch Merkels gewusst und deshalb die Raketen abgeschossen.

Die Kanzlerin besucht Afghanistan nach 2007 zum zweiten Mal. Merkel und Jung sollten zwei Tage lang bleiben. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sagte, Merkel habe sich vor Ort über den Einsatz der Bundeswehr im Norden des Landes informieren wollen.

Anders als 2007 standen den Angaben zufolge keine politische Gespräche auf dem Programm. Merkel habe am Vortag aber mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai telefoniert, sagte Steg.

Erst am Samstag hatte die NATO bei ihrem Gipfel in Deutschland und Frankreich ihre Strategie für Afghanistan neu ausgerichtet. Deutschland stellt mit rund 3800 Soldaten das drittgrösste Kontingent der von der NATO kommandierten internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF). In den kommenden Monaten soll die Zahl auf 4400 erhöht werden.

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