Witterswil

Der Zorn in Witterswil ist verraucht

Technologiezentrum: Der Streit ums TZW hat sich anscheinend gelegt. (Heinz Dürrenberger)

TZW

Technologiezentrum: Der Streit ums TZW hat sich anscheinend gelegt. (Heinz Dürrenberger)

Trendwende in Witterswil: Die mager besuchte Gemeindeversammlung spricht dem Gemeinderat das Vertrauen aus und distanziert sich von der Opposition gegen das Technologiezentrum.

Bea Asper

Als die Arbeitsgruppe «Besorgte Einwohner von Witterswil» vor einigen Jahren dem Gemeinderat und dem Technologiezentrum (TZW) den Kampf ansagten, konnte sie hunderte Stimmbürger für ihre Anliegen gewinnen. Mit einer Unterschriftensammlung, Anträgen und einer Petition wurde der Gemeinderat beauftragt, für den erneuerten Zonenplan für das Technologiezentrum eine Rückzonung zu prüfen, die im TZW angesiedelten Unternehmen unter die Lupe zu nehmen und das Leitbild, welches im Dorf keine Gewerbezone will, für verbindlich zu erklären. Es kam zum Eklat: der damalige Gemeindepräsident Fritz Hänzi nahm den Hut und der TZW-Förderer Ueli Nussbaumer fürchtete das Schlimmste.

Langsames Wachstum im TZW

Den Gemeinderatsmitgliedern bei den diesjährigen Erneuerungswahlen einen Denkzettel zu verpassen, fiel aus: Es gab Stille Wahlen. Gemeindepräsident Mark Seelig kündigte aber an, an der Rechnungsgemeindeversammlung die Vertrauensfrage stellen und die Forderung nach einer Rückzonung für das TZW-Areal abschliessend behandeln zu wollen. Waren zuletzt die Gemeindeversammlungen aus allen Nähten geplatzt, kommt es nun zum Minusrekord: Nur 29 Stimmberechtigte erschienen am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle, um an der Konsultativabstimmung teilzunehmen.

Seelig erklärte, dass der Gemeinderat nach eingehender Prüfung keinen Grund sehe, vom jetzigen Reglement und Zonenplan der Spezialzone TZW abzuweichen. Die Pläne der Unternehmer, das Zentrum grössenmässig zu verdoppeln, sollen nicht durchkreuzt werden. Man hoffe auf ein gesundes, «also langsames Wachstum», sagte Seelig.

Die Vertrauensfrage gestellt

Allerdings würden künftige Baugesuche vom Gemeinderat geprüft und mit den Verantwortlichen eingehend besprochen, versicherte der Gemeindepräsident. Ausserdem poche der Gemeinderat darauf, dass das kantonale Amt für Umwelt zu neuen Bauvorhaben und unternehmerischen Tätigkeiten vor der Baubewilligung Stellung beziehe und einen Bericht verfasse.

Der begonnene Informationsaustausch zwischen der Gemeindebehörde und der Leitung des TZW werde weitergeführt, sagte Seelig und forderte die Gemeindeversammlung auf, in einer unverbindlichen Abstimmung Farbe zu bekennen, diesem Vorgehen beizupflichten oder das Misstrauen kund zu tun. 21 Witterswiler sprachen dem Gemeinderat ihr Vertrauen aus, fünf stimmten dagegen und drei enthielten sich der Stimme.

Widersprüchliche Aussagen

Die Arbeitsgruppe «Besorgte Einwohner» machte darauf aufmerksam, dass nur durch ihr Intervenieren verhindert worden sei, dass das jüngste Bauvorhaben vom TZW mit einem Volumen von 2,5 Millionen Franken nicht als kleines, sondern als ordentliches Baugesuch behandelt wurde. Die Baukommission habe aber von sich aus detailliertere Abklärungen verlangt, stellte Präsident Hanspeter Ehrensperger klar.

Seelig betonte, dass die Türe zu den Gemeinderatssitzungen allen offen stehe. Er forderte die Opponenten auf, den Sitzungen jeweils beizuwohnen, vor allem aber das Gespräch anstatt den Streit zu suchen.

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