Wolf
Der Wolf riss 2011 in der Schweiz dreimal mehr Schafe

Der Wolf ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. 274 Schafe und Ziegen erlegte der Wolf im vergangenen Jahr. Der Bestand könnte sich in den kommenden Jahren vervielfachen. Nun werden dringend Hirten gesucht.

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Die Schafe und die Esel grasen in der Nähe von Zeihen friedlich auf einer Wiese, während der aufmerksame Schäfer seinen Blick über die Herde schweifen lässt. chr

Die Schafe und die Esel grasen in der Nähe von Zeihen friedlich auf einer Wiese, während der aufmerksame Schäfer seinen Blick über die Herde schweifen lässt. chr

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274 Schafe und Ziegen erlegte der Wolf im vergangenen Jahr. Das sind dreimal so viele wie 2010, wie die Zeitung „Der Sonntag“ schreibt. Der Wolf wird sich künftig viel schneller in der Schweiz ausbreiten als in den vergangenen Jahren. Experten rechnen damit, dass es jährlich einen Zuwachs von bis zu 30 Prozent geben wird. Das Raubtier ist in ganz Europa auf dem Vormarsch. In Deutschland hat sich der Bestand im letzten Jahr auf über 100 Exemplare verdoppelt. Auch von der französischen und italienischen Grenze drängt das Tier in die Schweiz. «Bald wird es erste Rudel und auch Jungtiere geben», ist Reinhard Schnidrig vom Bundesamt für Umwelt überzeugt.

Hilfe aus dem Ausland

Davor fürchten sich die Bauern, denn in der Gruppe trauen sich Wölfe auch Rinder anzugreifen. Gefragt sind deshalb Schweizer Hirten. Besonders an Schafshirten mangelt es derzeit. Neue werden dringend gesucht. Hilfe kommt noch aus dem Ausland. Die Hälfte der rund 80 in der Schweiz arbeitenden Schafshirten kommen aus Frankreich, Italien und dem Südtirol. Die landwirtschaftlichen Schulen in Graubünden und Wallis bieten nun aber eine entsprechende Ausbildung in der Schweiz an. Zusätzlich sucht der WWF freiwillige Hirt-Assistenten, um die Herden vor der steigenden Anzahl Wölfe in der Schweiz zu schützen.