Arbeit

Der Wirtschaft gehen laut Travail.Suisse die Arbeitskräfte aus

Die Spitäler leiden unter dem Fachkräftemangel (Archiv)

Die Spitäler leiden unter dem Fachkräftemangel (Archiv)

Der Schweizer Wirtschaft droht ein Mangel an Arbeitskräften, der schon bald dramatische Folgen haben könnte. Mit einem Manifest zur demografischen Entwicklung ruft der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse an seinem (heutigen) Kongress Arbeitgeber und Politik zu einem Umdenken aufgerufen.

"Die demografische Entwicklung ist mit voller Kraft auf dem Arbeitsmarkt angekommen, der Arbeitskräftemangel wird immer deutlicher sichtbar", sagte Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel laut Redetext am Samstag an einem Kongress des Gewerkschaftsdachverbandes in Bern.

Problematisch sei vor allem die Tatsache, dass es immer weniger Junge gebe. Der Mangel an Fachkräften drohe Bereiche zu erfassen, die für die Lebensqualität der ganzen Bevölkerung entscheidend seien: Etwa Spitäler und Heime, die Volksschule, die Sicherheit oder der öffentliche Verkehr.

Um einen Notstand zu verhindern müssten Arbeitnehmende in der Schweiz gestärkt und das vorhandene Potential besser genutzt werden. "Wir brauchen die besten Arbeitsbedingungen von ganz Europa, ja weltweit", so Flügel.

"Mehr gute Arbeit"

Auf dem Programm für (heute) Samstag steht die Verabschiedung eines 10-Punkte-Manifests. Darin fordern die Delgierten unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie sowie Massnahmen, damit weniger ältere Menschen bei der Arbeit erkranken.

Gefordert sind nach Ansicht der Gewerkschafter in erster Linie die Arbeitgeber und die Politik. Sie müssten in die Gesundheit, die Motivation und die Bildung der Arbeitnehmenden investieren und sich überlegen, wie Familie und Beruf optimal zu vereinen sind.

Massnahmen seien etwa die Reduktion der Dauerbelastung am Arbeitsplatz, mehr Ferien, anständige Löhne für alle, altersgerechte Arbeitsbedingungen, familiengerechte Arbeitszeiten oder mehr Teilzeitstellen auf allen Hierarchiestufen.

Ohne Zuwanderung lasse sich der Mangel an Arbeitskräften jedoch nicht ausgleichen. "Anstatt die Hürden für die Einwanderung immer höher bauen zu wollen, muss sich die Ausländerpolitik an den gesellschaftlichen Bedürfnissen orientieren", heisst es in dem Manifest weiter.

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