Albert Rösti

Der Wandel des Albert Rösti: Das sagen andere über den neuen SVP-Chef

SVP-Ständerat Germann über Albert Rösti: «Er ist nicht der volkstümliche Typ wie Toni Brunner.» Keystone

SVP-Ständerat Germann über Albert Rösti: «Er ist nicht der volkstümliche Typ wie Toni Brunner.» Keystone

Mit dem Berner Nationalrat Albert Rösti soll der SVP-Wahlkampfleiter 2015 im April Parteipräsident werden: Wer ist der Mann, der gerade einen kometenhaften Aufstieg erlebt?

Albert Rösti soll am 23. April SVP-Parteipräsident Toni Brunner beerben. Der Vorschlag des Parteivorstands rückt den 48-jährigen Berner ins Rampenlicht der nationalen Politbühne. Der Schweizer Öffentlichkeit ist Rösti eher unbekannt, trotzdem er zuletzt Wahlkampfleiter der SVP war. Immerhin holte die Partei unter seiner Leitung beinahe 30 Prozent Wähleranteil.

Rösti ist praktisch Berufspolitiker: Als Gemeindepräsident von Uetendorf (er will das Amt nicht aufgeben) hält er ein 40-Prozent-Pensum, zudem ist er seit 2011 Nationalrat. Der Agronom und Bauernsohn führt eine eigene Projektmanagement-Firma, das Büro Dr. Rösti GmbH, ist verheiratet, hat zwei Kinder.

Die ehemalige Berner Volkswirtschaftsdirektorin Elisabeth Zölch war Röstis Chefin, er war ihr Generalsekretär. Sie sagt gegenüber der «Nordwestschweiz»: «Ich habe ihn gefördert und für die Politik begeistert.» Obwohl Rösti mit 18 Jahren der SVP beitrat, war es laut Zölch ein langer Prozess, bis er sich für die Politik entschieden hat. 2008 wurde Rösti dann Gemeinderat von Uetendorf, drei Jahre später Nationalrat. Seine bislang grösste politische Niederlage: Trotz teurem Wahlkampf wurde er 2015 nicht Berner Regierungsrat. Auch Bundesratskandidat wurde er nicht, die Berner Kantonalpartei nahm ihn nach anfänglicher Nomination wegen Chancenlosigkeit aus dem Rennen.

Zölch beschreibt Rösti als intelligent und loyal. Und: «Er verstand sich nicht nur als Verwalter von Staatsaufgaben, sondern als politischer Mensch.» Als sich die BDP von der Berner SVP abspaltete, trat Zölch über, Rösti blieb, ist auf die Zürcher Parteilinie eingeschwenkt.

Der Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann glaubt, dass Rösti das Erbe von Toni Brunner antreten kann: «Der packt das schon. Ich habe ihn als sachlich und fundiert erlebt.» Aber: «Er ist nicht der volkstümliche Typ wie Toni Brunner.»

Guter Zugang zur Romandie

Die Bündner SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher sagt: «Er ist ein erfahrener SVP-Politiker und sehr umgänglich. Als Berner hat er auch einen guten Zugang zur Westschweiz.» Das ist nicht unwichtig, denn die SVP sieht die Romandie als Wachstumsmarkt.

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay nennt Rösti einen Hardliner. Laut dem Politologen Georg Lutz ist Rösti den Weg vom moderaten Berner Regierungsratskandidaten zum Politiker gegangen, der die Position der SVP zu «100 Prozent» mittrage. Tatsächlich kündigte Rösti am Wochenende Kontinuität an bei der Begrenzung der Zuwanderung und der Ausschaffung von Kriminellen, sowie der Eigenständigkeit der Schweiz gegenüber der EU. Thematisch war Rösti bislang auf Landwirtschaftspolitik fokussiert, auch jetzt ist er strikt gegen den Agrar-Freihandel mit der EU.

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