Russland
Der Vater des Schweizer Greenpeace-Aktivisten bittet um Hilfe

Die russischen Behörden greifen gegen die Greenpeace-Aktivisten hart durch. So verknurrten sie den russische Fotograf Denis Sinjakow zu zwei Monaten U-Haft. Der Vater des Schweizer Aktivisten lanciert derweil einen Hilferuf an die Öffentlichkeit.

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Greenpeace-Aktivist Marco Weber aus dem Kanton Zürich

Greenpeace-Aktivist Marco Weber aus dem Kanton Zürich

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Nach der Erstürmung eines Greenpeace-Schiffs durch russische Sicherheitskräfte ist die Untersuchungshaft für den ersten Aktivisten der Organisation verlängert worden. Der russische Fotograf Denis Sinjakow bleibe mindestens zwei Monate in U-Haft.

Dies habe ein Gericht in Murmansk im Nordwesten Russlands entschieden, berichteten Greenpeace und die russische Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag. Sinjakow war der erste der insgesamt 30 Greenpeace-Aktivisten, deren Fälle nun einer nach dem anderen verhandelt werden sollten.

Unter den Festgenommenen befindet sich auch ein Schweizer. Es handelt sich dabei um den Zürcher Sportkletterer Marco Weber. Ein Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung der Schweiz in Russland befindet sich in Murmansk, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Ob der EDA-Vertreter bis jetzt offenbar noch keinen.

Auch Greenpeace Schweiz dringt nicht zu Weber durch, wie Greenpeace-Sprecher Yves Zenger gegenüber der «Nordwestschweiz» sagt. Ebensowenig dessen Vater. Dieser ist in einer Video-Botschaft inzwischen an die Öffentlichkeit gelangt. «Ich habe seit einer Woche nichts mehr gehört von Marco», sagt er. Sein Sohn habe sich mit den anderen Aktivisten an die vorderste Front gestellt, was sie in eine schwierige Lage gebracht habe. Alleine würden sie da nicht mehr herauskommen. Es bittet deshalb darum, den Appell von Greenpeace an die russische Regierung zu unterschreiben und so die Freilassung der Inhaftierten zu beschleunigen oder erst zu ermöglichen.

Zenger erhebt schwere Vorwürfe gegen die russischen Behörden. «Den Inhaftierten wurden seit Tagen Grundrechte verweigert», sagt er. So würde ihnen den Kontakt zu Angehörigen und Anwälten verweigert.

Die Greenpeace-Aktivisten hatten in der vergangenen Woche versucht, auf eine Ölbohrplattform des russischen Energieriesen Gazprom in der Barentssee zu gelangen. Ihr Schiff "Arctic Sunrise" wurde darauf von der russischen Küstenwache gestürmt und nach Murmansk gebracht.

Die russische Justiz wirft den Aktivisten "Piraterie" vor. Sie waren zunächst in eine 48-stündige Untersuchungshaft genommen worden. Wann der eigentliche Prozess stattfindet, ist noch offen. Für bandenmässige Piraterie drohen bis zu 15 Jahre Haft. Greenpeace weist alle Vorwürfe zurück. (rsn/sda)

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