US-Präsident in der Schweiz

Der US-Botschafter als Dealmaker

Ein Berater der ersten Stunde: Ed McMullen (rechts) mit Donald Trump (links) in dessen Büro in New York. (Archiv)

Ein Berater der ersten Stunde: Ed McMullen (rechts) mit Donald Trump (links) in dessen Büro in New York. (Archiv)

Ed McMullen, Trumps Mann in Bern, vernetzt sich – und hat einen Draht zum Bundesrat

Zwei Bundesräte diskutierten bisher persönlich mit US-Präsident Donald Trump. Der damalige Bundespräsident Johann Schneider-Ammann telefonierte am 21. Dezember 2016 15 Minuten mit dem gewählten Präsidenten und traf im Juli 2017 Präsidententochter Ivanka. Doris Leuthard, Bundespräsidentin 2017, sprach im September in New York im Rahmen der UNO-Vollversammlung mit Trump, wie ihr Departement bestätigt. Am Mittagessen der Staats- und Regierungschefs sass nur Japans Premier Shinzo Abe zwischen Leuthard und Trump.

Klar ist: Bundespräsident Alain Berset wird nächste Woche am WEF dritter Schweizer Bundesrat sein, der direkt mit US-Präsident Donald Trump redet. Sie werden sich am Donnerstag oder Freitag für 20 bis 30 Minuten treffen, wie bestätigt wurde. Es scheint realistisch, dass auch Bundesräte wie Aussenminister Ignazio Cassis oder Wirtschaftsminister Schneider-Ammann teilnehmen.

Dreh- und Angelpunkt der Kontakte zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Bundesrat ist Ed McMullen (53), der neue US-Botschafter in der Schweiz. Er gilt als enger Weggefährte Trumps, kennt ihn seit über 30 Jahren. 2015 erfuhr er als einer der Ersten von den Ambitionen Trumps, US-Präsident zu werden. McMullen wurde als dritte Person für dessen Wahlkomitee angeheuert und sorgte in seinem Heimatstaat South Carolina für einen ungemein wichtigen Vorwahlsieg Trumps. Dass McMullen einen sehr direkten Draht zum Präsidenten hat, beweist der signierte «Weltwoche»-Artikel über «Trumps Mann in Bern». Dieser schrieb: «Ed – so great!»

Ed McMullen machte in der Schweiz sofort Nägel mit Köpfen. Gleich zu seinem Antrittsbesuch am 21. November traf er Bundespräsidentin Doris Leuthard. Seit Mitte Dezember suchte er mindestens drei weitere Bundesräte auf: Alain Berset, Johann Schneider-Ammann, Ignazio Cassis.

Vor allem aber war McMullen schon am 14. Dezember zur Präsidialfeier von Alain Berset geladen. Der US-Botschafter sass im Freiburger Theater Equilibre an der offiziellen Feier und war auch später beim Nachtessen in Bulle. Dabei habe er sich beeindruckt gezeigt von der ländlichen Schweiz, aber auch von den Meringues mit dem berühmten Greyerzer Doppelrahm, sagen Insider. Berset und McMullen hätten sich bei den Gesprächen bestens verstanden.

Die US-Botschaft Bern bestätigt den Besuch. Der Botschafter habe sich geehrt gefühlt über die Einladung. Er habe mehrmals mit Bundespräsident Berset gesprochen und diese Dialoge genossen.

Weder Bern noch Washington wollen sich aber zurzeit in die Karten blicken lassen, wann das Treffen stattfindet, wie lange es dauert, wer teilnimmt und worüber man spricht. Dazu könne man nichts sagen, heisst es bei der US-Botschaft Bern. Auch Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann lässt sich im Interview nur eines entlocken: Er habe, sagt er, «auch noch zwei, drei Themen im Köcher», die er gerne anbringen würde.

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