Toni Widmer

Der kantonale Sozialdienst schiebt dem ungesetzlichen Treiben in verschiedenen Aargauer Asylbewerber-Unterkünften einen Riegel. Vor rund zwei Wochen sind in den Quartieren von Holderbank, Torfeld Buchs und Oftringen permanente Zutrittskontrollen eingerichtet worden. Je zwei Securitas-Leute sorgen seither rund um die Uhr dafür, dass die Unterkünfte nicht mehr von Personen betreten werden können, die dort nichts zu suchen haben.

Bisher «nur» Überwachung

«Der kantonale Sozialdienst hat diese Massnahme angeordnet, nachdem die bisherige regelmässige Überwachung mit so genannten Interventionspatrouillen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat», erklärt Balz Bruder, Leiter Kommunikation im Departement Gesundheit und Soziales (DGS).

Einige, überwiegend von Schwarzafrikanern bewohnte Asylbewerber-Unterkünfte sind in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Polizei bei ihren regelmässigen Razzien immer wieder «fündig» geworden war. So wurden am 15. Juli in Holderbank erneut Kokain-Kügelchen sichergestellt sowie 20 Mobiltelefone beschlagnahmt, deren Eigentumsverhältnisse unklar waren.

Umschlagplätze für Drogen

In Buchs stellte die Polizei am gleichen Tag eine für Ladendiebstähle präparierte Tasche voller Parfüms sicher und traf auf einen Tunesier, der im Fahndungsregister verzeichnet war. Bekannt ist, dass das Kokain-Geschäft schweizweit in der Hand von Schwarzafrikanern ist und dabei nicht selten Asylbewerber-Unterkünfte in verschiedenen Kantonen als Umschlagplätze für Drogen genützt werden. Die Drogenkonsumenten ihrerseits wissen das und nutzen die Unterkünfte als Anlaufstelle.

Die Eingangskontrollen rund um die Uhr sind laut Bruder eine vorübergehende Massnahme. Die zusätzlichen Kosten lassen sich noch nicht beziffern, müssen aber vom Kanton getragen werden.

Präventive Wirkung

Neben der Zutrittsbeschränkung für unerwünschte Personen dürfte die rigorose Bewachung auch eine allgemeine Beruhigung in den Unterkünften mit sich bringen. Balz Bruder will auf diesen Aspekt nicht weiter eingehen, sagt aber doch: «Klar erhofft man sich durch die Anwesenheit der Securitas-Leute auch eine gewisse präventive Wirkung auf das Verhalten der Asylbewerber.»

Mit den vorgesehenen Massnahmen will der Kanton im Übrigen auch zur Entlastung der betroffenen Gemeinden beitragen, in denen es Unterkünfte gibt. Der Kanton sei schliesslich dazu verpflichtet, erklärt Bruder, die negativen Auswirkungen auf das Umfeld der Asylbewerber-Unterkünfte zu minimieren. Mit der Eintrittskontrolle könne auch diesbezüglich eine Entspannung erreicht werden.