Arch
Der Sommer wird zur Feuertaufe

Beim Archer Oberstufenzentrum stehen wegen Vandalenakten drei Verbotsschilder. Unbefugten ist der Zutritt zwischen 22 abends und 6 Uhr morgens nicht gestattet. Bringen die Schilder etwas?

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Schule

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Grenchner Tagblatt

Janine Aegerter

Die Verbotsschilder beim Kindergarten, beim Primarschulhaus und beim Oberstufenzentrum untersagen den Aufenthalt auf dem Schulhausareal zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens. So sollen Jugendliche davon abgehalten werden, sich auf dem Schulhausareal zu treffen, zu randalieren und Lärm zu verursachen.

Hat es seither Ausschreitungen gegeben? Die «Saison» habe noch nicht angefangen, gibt Rita Hedinger, Gemeindepräsidentin von Arch, zu bedenken. Es hänge stark vom Wetter ab, wann und wo sich die Jugendlichen treffen würden «und momentan spielt das Wetter noch nicht so mit». Ausserdem lasse sich die Situation auch noch nicht so richtig einschätzen, schliesslich habe man die Schilder erst kürzlich (Ende März) montiert. «In den Frühlingsferien war es erstaunlich ruhig.» Seither sei die Situation nie eskaliert. «Aber zu glauben, die Schilder würden vor Vandalen schützen, wäre naiv», betont sie. Ins gleiche Horn bläst auch Gemeinderat und Vorsteher des Bildungswesens, Marcel Moser. «Die Feuertaufe wird in den Sommerferien stattfinden.»

Besser handeln können

Die Gemeinde Arch habe, zusammen mit dem Gemeindeverband Oberstufenzentrum Arch, die Schilder aufgestellt, um im Falle eines Vorfalls besser handeln zu können, wie Hedinger erklärt. «Wir könnten die Polizei schon informieren, auch wenn wir keine Verbote aufgestellt hätten, aber sie haben jetzt einfach eine bessere Handhabe.» Konkret: die Polizei könne im Prinzip niemanden von einem öffentlichen Platz verweisen. Mit einem richterlichen Verbot sei diese Möglichkeit aber gegeben. «Unser Ziel ist es nicht, jemanden wegzuschicken», betont Hedinger. Wenn sich Jugendliche in der Nacht auf dem Areal aufhalten und sich ruhig verhalten würden, so dass sie niemanden stören, würde sie auch niemand wegschicken. «Uns geht es darum, einschreiten zu können, wenn es nötig ist.» Das Problem liege nicht einmal beim Aufenthalt der Jugendlichen auf dem Areal, sondern vor allem beim Lärm, den die Töffli verursachen würden. «Das ständige Kommen und Gehen und der Motorenlärm stört die Anwohner.»

Nun kommen Securitas-Leute sporadisch und unregelmässig beim Schulhaus und bei anderen strategisch wichtigen Orten vorbei. Vor allem an Wochenenden. «Wenn wir Vandalen erwischen, wird es zu Anzeigen kommen, das ist klar», sagt Hedinger. Es könne nicht sein, dass eine Gemeinde immer wieder wegen Vandalentaten Geld ausgebe und nichts unternehme. «Das ist dem Steuerzahler gegenüber nicht gerecht.»

Prävention auch wichtig

Hedinger findet es auch wichtig, bei der Prävention Anstrengungen zu unternehmen. «Wir planen, noch dieses Jahr einen Infoabend zu veranstalten.» Dieser solle den Zuhörern Wissen vermitteln, wie man auf Vandalismus reagieren könne. Doch dieser Abend müsse zuerst noch organisiert werden, fest stehe noch nichts. Was Hedinger auch zu bedenken gibt: «Wir vermuten die Störenfrieden in einer Gruppe von etwa zehn Jugendlichen aus dem Oberstufenzentrum.» Verglichen mit der Anzahl Schüler des Oberstufenzentrums sei diese Zahl verschwindend klein. Das Oberstufenzentrum beherberge etwa 120 Schüler, die allesamt aus Arch, Rüti und Leuzigen stammen.

Das Schulhaus scheint nicht der einzige Treffpunkt der Jugendlichen zu sein. «Ich habe gehört, dass sie sich inzwischen auch in einem Wohnquartier in Richtung Breitenstrasse treffen», weiss Marcel Moser, Gemeinderat und Vorsteher des Bildungsdepartements. Dort seien sie aber besser kontrollierbar, durch den viel direkteren Kontakt mit den Anwohnern.

Das Oberstufenzentrum sei deswegen so beliebt, weil es abgelegen sei. «Dort kommt kaum einmal jemand vorbei.» Ein weiterer Treffpunkt sei der Waldrand oder das alte Schulhaus, beziehungsweise die Mehrzweckhalle, die sich dort befindet. Bleibt also abzuwarten, ob diese Standorte in den Sommerferien attraktiver sein werden als das Oberstufenzentrum.

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