Madrid kürzt unter anderem die Bezüge von Ministern und Beamten. Auch Portugal legte bei der Sitzung neue Schritte wie Steuererhöhungen vor. Beide Länder stehen unter erheblichem Druck, da sie in den gefährlichen Strudel der griechischen Schuldenkrise geraten könnten. In der vergangenen Woche hatten sowohl Madrid als auch Lissabon spektakulär beim Sparen nachgelegt.

Überschattet wurde das Treffen der Finanzminister vom weiteren Verfall des Euro, der mit nur noch knapp über 1,22 Dollar auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen war. "Ich bin nicht besorgt über den aktuellen Wechselkurs, sondern eher besorgt über die rapide Verschlechterung des Wechselkurses", sagte Juncker.

Zur dauerhaften Rettung des Euro pochte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble auf eine Sanierung der Staatshaushalte. Das Wesentliche sei die Reduzierung der Defizite als die eigentliche Ursache der Blasenbildung. Dazu gehöre es, den Euro-Stabilitätspakt zu verschärfen und Verstösse gegen die Schuldengrenze schärfer zu bestrafen.

Auch der österreichische Finanzminister Josef Pröll forderte verstärkten Druck, auf die Schuldenbremse zu steigen.

Die Finanzminister aller 27 EU-Staaten wollen an diesem Dienstag strengere Regeln für hochspekulative Hedge-Fonds beschliessen - notfalls auch gegen britischen Widerstand.