Flugzeugabsturz im Engadin
«Der Pilot wählte die falsche Route»

Der beim Flugzeugabsturz am Freitag verstorbene Pilot soll nicht korrekt geflogen sein, wie ein Mitglied der Motorfluggruppe Oberengadin sagt.

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Das Flugzeug wurde beim Absturz in Einzelteile gerissen. (Archiv)

Das Flugzeug wurde beim Absturz in Einzelteile gerissen. (Archiv)

TeleZüri

Beobachtet wurde die Piper von Passagieren der Diavolezza-Bergbahn, die das Flugzeug in der Kabine hörten und zum Himmel schauten. Dort entdeckten sie es aber offenbar nicht. «Ich entdeckte die Maschine dann weit unten und dachte: Die fliegt zu tief», sagt ein Augenzeuge gegenüber dem «Sonntagsblick». Sekunden später zerschellte das Flugzeug.

Blick auf die Unglücksstelle.
10 Bilder
Trümmerteile eines abgestürzten Kleinflugzeuges und Rettungshelfer.
Information am Freitag um 16 Uhr Der Generalsekretaer des Aero-Clubs Yves Burkhardt, links, und Christian Gartmann von der Motorfluggruppe Engadin, Mitte, lauschen den Ausfuehrungen von Roman Ruegg, Pressesprecher der Kantonspolizei Graubuenden, an der Medienkonferenz der Kantonspolizei Graubuenden am Flugplatz Samedan zum Absturz eines Kleinflugzeugs ueber dem Diavolezza-Gebiet am Freitag, 4. August 2017. Das Flugzeug, das am abgestuerzt ist, war im Rahmen eines Jugendlagers unterwegs. Das bestaetigte der Aero-Club der Schweiz, der das Lager durchfuehrt. (KEYSTONE/Uwe Beierer)
Blick auf die Unglücksstelle im Engadin
Der Generalsekretär des Aero-Clubs Yves Burkhardt: «Für mich ist eine Welt für mich zusammengebrochen.»
Christian Gartmann von der Motorfluggruppe Oberengadin: «Pilot war ein Einheimischer und Mitglied der Fluggruppe.»
Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden: «Komplett zerstörtes Kleinflugzeug»
Hier stürzte das Kleinflugzeug ab.
Der Flugplatz Samedan: Von hier aus startete die Unglücks-Maschine.
Der Flugplatz Samedan: Von hier aus startete die Unglücks-Maschine.

Blick auf die Unglücksstelle.

Reto Schmidhauser

Am Steuer des Flugzeuges sass ein 60-jähriger Pilot. Der aus dem Engadin stammende Hobby-Pilot, der seit kurzem nicht mehr in der Schweiz wohnte, engagierte sich seit Jahren für das Jugendlager und koordinierte die Lager-Flüge.

Er engagierte sich bei den Motorfliegern und gewann einen Pokal für seine Punktlandungen. Flug-Kollegen beschreiben ihn jedoch «als eher unsicheren Piloten, ja sogar als ängstlich», wie der «Sonntagsblick» schreibt. «Der Pilot wählte die falsche Route», äusserte sich ein langjähriges Mitglied der Motorfluggruppe Oberengadin.

Christian Gartmann, Sprecher der Motorfluggruppe Oberengadin, hält fest: «Der Pilot kannte sich im Gebiet aus und absolvierte alle Tests.»

Bei Lufttaufe abgestürzt

Die sogenannte Lufttaufe, der erste Rundflug mit einem Flugzeug, hätte der Höhepunkt für die rund 200 Teilnehmer des Jugendlagers des Aero-Clubs in S-chanf GR sein sollen. Durchgeführt wurde der Flug von der Motorfluggruppe Oberengadin mit einer einmotorigen Piper PA-28.

Das Flugzeug mit der Immatrikulation HB-PER stieg am Freitag zu seinem zweiten Rundflug auf und zerschellte. Zwei Buben (14) und der Pilot waren sofort tot, eine 17-Jährige wurde schwer verletzt – sie liegt im Spital und ist in stabilem Zustand.

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