Die Teilnehmer des Gipfels stimmten zwar im Ziel überein, die Nahrungsmittelhilfen für die armen Länder zu erhöhen. Ihre Erklärung enthielt jedoch keinen Hinweis auf den Vorschlag der FAO, diese Hilfen auf jährlich 44 Milliarden Dollar zu steigern. Auch ein konkreter Zeitplan für Schritte gegen den Hunger wurde nicht vereinbart.

Nach dem Wunsch der FAO hätten sich die Delegierten auch das Ziel setzen sollen, den Hunger in der Welt bis 2025 auszumerzen. Es wurde aber lediglich das Millenniumsziel bekräftigt, wonach der Hunger bis 2015 halbiert werden soll. Die Zahl der Hungernden ist seit 2000 ständig gewachsen und hat inzwischen die Milliardengrenze überschritten.

Papst Benedikt XVI. warnte am Eröffnungstag vor Spekulationsgeschäften im Lebensmittelbereich, die die Preise in die Höhe treiben. "Man darf Lebensmittel nicht wie alle andere Waren betrachten", sagte der Papst. Er prangerte auch die "Zerstörung von Lebensmitteln zum finanziellen Gewinn" an.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte, dass an einem einzigen Tag 17'000 Kinder an Unterernährung sterben. Alle fünf Sekunden komme ein Kind wegen Hungers ums Leben, das seien weit über sechs Millionen pro Jahr.

FAO-Generaldirektor Jacques Diouf meinte, zur Bekämpfung der Hungersnöte müsse die Lebensmittelproduktion wieder in den Entwicklungsländern erfolgen, wo die Armen und die Hungernden leben, um somit ein verträgliches Wachstum zu garantieren.

Regierungsunabhängige Organisationen hatten bereits kritisiert, dass auf dem Ernährungsgipfel die führenden Politiker der reichen Länder fehlten.

Die Schweizer Delegation wird angeführt vom Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), Manfred Bötsch. Er will sich in Rom für eine nachhaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Produktivität einsetzen.