Podiumsdiskussion
Der Neue ist für «Schwung in der Sache»

Dem Verein Senioren für Senioren gelang die Premiere: Er brachte alle sechs Stadtratskandidaten an einen Tisch. Themenschwerpunkte waren Verkehr, Stadtentwicklung und Altersvorsorge.

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Seniorentreffen

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Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Die fünf Bisherigen treten wieder an, und mit Hans Gloor etablierte sich ein «Sprengkandidat». Das verspricht in Rheinfelden einige Spannung. Allerdings: Der Wahlkampfauftakt verlief ruhig, fast emotionslos, und war von Sachlichkeit geprägt. Für die amtierenden Stadträte war es ein Leichtes, mit einer Leistungsbilanz für die zurückliegenden dreieinhalb Jahre aufzuwarten.

Mehrfach kamen Hinweise auf das gute Klima und den Teamgeist innerhalb der Behörde. Und alle äusserten unisono den Wunsch, Begonnenes fortzuführen oder zu vollenden. Womit die Begründung für die erneuten Kandidaturen auf dem Tisch des Hauses lag.

Franco Mazzi verwies auf seine siebenjährige Ratszugehörigkeit und die Aufgaben des Stadtammanns in dieser Legislatur. Er plädierte für solide Finanzen, freute sich über die Verkehrsberuhigung in der Stadt nach Schliessung der alten Rheinbrücke, sorgte sich um die demografische Entwicklung. Mazzi verteidigte diverse, vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Studien als «wertvolle Grundlagenarbeit». Positiv empfand er Info-Veranstaltungen zu speziellen Themen wie Kulturlandplanung oder Kurbrunnen.

Brigitte Rüedin hat ihre erste Legislatur als Vizeammann bald hinter sich. Sie deutete auf die Neuorganisation der Spitex, erwähnte Tagesplätze in der Betreuung und schloss mit Blick auf die demografische Entwicklung neue Wohnformen nicht aus und machte sich stark für die Schaffung eines «generationenübergreifenden Begegnungszentrums».

Der 67-jährige Werner Hass-ler gehört seit fast sechzehn Jahren dem Gremium an und will es als Verkehrs- und Sicherheitsexperte nochmals wissen. Nachdem Autostaus in der Fröschweid und auf der Kantonsstrasse der Vergangenheit angehören, ist aus seiner Sicht die Luftqualität besser geworden. «Eine grosse Errungenschaft.» Er bedauerte lange Wartezeiten und nannte die Projekte beim Namen: «10 Jahre Flugzug, 30 Jahre NK 495 und 40 Jahre Autobahn sagen doch alles aus.»

Mit fast zwölf Jahren Ratszugehörigkeit gehört Béa Bieber ebenfalls zu den erfahrenen Kommunalpolitikern. Ihr Ziel ist ebenfalls ein Begegnungszentrum und betrachtete den Familientreff im Haus des Schjkk am Zähringerplatz als Erfolg. Ihr Wunsch: «Mit Projekten Akzeptanz und Toleranz in der Stadt stärken.»

Der gebürtige Rheinfelder Hans Gloor versicherte, im Falle seiner Wahl sich engagiert für die Heimatstadt einzusetzen, wo er schon seit 40 Jahren in der Stadtmusik spielt und seit 20 Jahren Präsident der Musikschule Rheinfelden-Kaiseraugst ist. «Als Parteiloser bin ich enttäuscht, dass die Parteien keine anderen Wahlvorschläge machten», lieferte er Begründung für seine Kandidatur.

Er sei «sehr motiviert» und wolle «Schwung in die Sache» bringen. Er verlangte, nach dem Boom im Wohnungsbau, sich wieder verstärkt um die Schaffung von Arbeitsplätzen und damit Gewerbeansiedlung zu kümmern. «Wer es nicht weit zum Arbeitsplatz hat, kann wirkungsvoll beim Energiesparen helfen.»

Mit Stadtplanung und Ortsbildschutz beschäftigte sich Oliver Tschudin und bestätigte Planungen zur Neugestaltung der Kantonsstrasse zwischen Coop-Kreuzung und reformierter Kirche. Erklärtes Ziel sei es, Velofahrer und Fussgänger zu bevorzugen. Ob auch auf Altstadtdächern Solaranlagen installiert werden dürfen, konnte Tschudin nicht nicht bestätigen. Derzeit liefen Abklärungen mit dem Kanton. Sein Credo für die Zukunft: «Lebendige Wohnquartiere, offene Grünanlagen.»

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