Schweiz

Der Kampf ums Replay-TV geht in die nächste Runde

Volkssport in der Schweiz: Mit Replay-TV zeitversetzt fernsehen und die Werbung überspringen.

Volkssport in der Schweiz: Mit Replay-TV zeitversetzt fernsehen und die Werbung überspringen.

Replay-TV und das damit verbundene Überspulen der Werbung ist in den Schweizer Wohnzimmern weit verbreitet. Dagegen wollen die TV-Verbreiter nun mit einer neuen Idee ankämpfen.

Beim beliebten Replay-TV droht die Zwangswerbung. Nach dem gescheiterten Grossangriff der TV-Sender auf das Replay-TV vor einem Jahr, diskutieren Sender und TV-Verbreiter wie Swisscom und UPC nun gemeinsam, wie es weitergehen soll. Das mutmassliche Ergebnis dürfte den meisten TV-Nutzern wenig schmecken: «Wir diskutieren die Frage, ob es technisch möglich ist, dass beim Replay-TV einige Spots sich nicht mehr überspulen lassen», sagt Stefan Flück, Leiter Rechtsdienst beim Verband Suissedigital, gegenüber dem «Tages Anzeiger» (Artikel kostenpflichtig). Suissedigital vertritt die Interessen der Kabelnetzbetreiber.

Das heisst zum Beispiel: Wer einen längeren Werbeblock überspulen will, muss einen kurzen Spot sehen. Danach läuft die Sendung nahtlos weiter – wie es bei YouTube längst der Fall ist.

Laut «Tages Anzeiger» kommt ein alternativer Vorschlag von Dominik Kaiser, Mehrheitseigner der Senderfamilie 3+. Er schlägt vor, dass die Replay-Dauer von heute maximal sieben Tagen massiv ausgeweitet wird. Im Gegenzug müssten Swisscom, Sunrise, UPC und Co. den Sendern zugestehen, dass gewisse Werbespots nicht mehr überspult werden können. Kaiser sieht darin eine Win-Win-Situation: Die TV-Verbreiter bzw. Replay-Abo-Anbieter bekommen mehr Inhalte und könnten ihre Attraktivität gegenüber Streamingdiensten wie Netflix erhöhen. Die Sender könnten gleichzeitig ihre Werbe­einnahmen sichern.

Unklar ist, ob die Konsumenten bei diesem Deal zwischen TV-Sendern und TV-Verbreitern mitspielen – oder am Ende doch zu Netflix und Co. abwandern. (oli)

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