Religion
Der Islam als vierte Landeskirche? Die Meinungen gehen auseinander

Soll der Islam in der Schweiz Landeskirche werden? Diese Frage beantworten unsere Leser ganz unterschiedlich. Derweil läuft in der Schweiz ein breiter Dialog zwischen Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften.

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Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
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Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
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Islamisch-Albanische Mosche in Winterthur
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella
Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella

Gläubige beten in der Moschee des Islamisch-Albanischen Vereins in Winterthur. KEYSTONE/Alessandro Della Bella

Keystone

Der Islam polarisiert. Kein Wunder sandten CVP-Präsident Gerhard Pfister und SP-Nationalrat Cédric Wermuth den Schweizerinnen und Schweizer kürzlich widersprüchliche Botschaften.

Gerhard Pfister: «Die Schweiz ist ein christliches Land. Dazu sollten wir wieder stehen.» ("BLick")

Cédric Wermuth: "Der Islam ist Teil der Schweiz."

Hintergrund ist eine breite Debatte in der Schweiz, wie Muslime integriert werden können. Die Ansichten reichen von genereller Ablehnung dieser Weltreligion bis hin zu staatlicher Anerkennung und den damit verbundenen Rechten und Pflichten. In der Schweiz leben gemäss Bundesamt für Statistik 4,5% menschen muslimischen Glaubens.

Unser Artikel "Glaubensfrage: gleiche Rechte für den Islam?" wurde von den Leserinnen und Lesern eingehend diskutiert. Im Artikel ging es um die Frage, welche Vorteile eine staatliche Anerkennung des Islam wie bei der katholischen, reformierten und christkatholischen Landeskirche bringen würde.

Die Diskussion, die auf den Artikel folgte, ist typisch für so viele Debatten über den Islam in der Schweiz. Es wird weniger konkret über Vor- und Nachteile des vorgegebenen Themas – im konkreten Falle die staatlichen Anerkennung – diskutiert, als über den Islam allgemein raisonniert.

Vier Beispiele, welche die Diskussion in ihrer Themenbreite widerspiegeln:

Die Aargauer CVP-Nationalrätin Marianne Binder-Keller kommentiert etwa: "Ich finde es einfach interessant, wie in einer westlichen freien Gesellschaft, welche sich zunehmend uninteressiert zeigt an Glaubensfragen plötzlich Glaubensbekenntnisse an einen Glauben entstehen, der radikal voraufklärerische Strömungen hat."

Hanspeter Sutter spricht ein Gefühl an, das die Diskussion immer wieder vorantreibt: "Ja wieso haben wir denn Vorbehalte gegen den Islam? Es vergeht doch kein Tag, an welchem nicht irgendwo auf der Welt irgendwelche Gräueltaten im Namen dieses Glaubens stattfinden."

Ein R.M. schreibt: "Wenn Muslime sich an das Verfassungsrechte halten, Rechte für Frauen die in unserem Land selbstverständlich sind akzeptieren und sich an die Gepflogenheiten bei uns halten, dann sehe ich keinen Grund warum man sie nicht als Landeskirche anerkennen soll."

Rolli Eggli hält fest: "Darum kann die Lösung nur in einem friedlichen Miteinander gefunden werden. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es wenn der Staat keine Religion anerkennen würde dann kann es auch nicht zu ungleichen Behandlungen führen."

Schweiz: Religionen suchen den Dialog

Das Haus der Religionen in Bern versucht die verschiedenen Religionen in der Schweiz einander näherzubringen. Es beteiligen sich Aleviten, Buddhisten, Christen, Hindus, Muslime, Juden, Bahai und Sikhs.

Die Schweizer Bischofskonferenz sucht aktuell ganz bewusst das Gespräch mit Muslimen. Im Mai reiste sie in die Türkei – genauer nach Istanbul und Ankara –, um dort den Dialog mit ihnen zu stärken. Es geht um Religionsfreiheit aber auch um den Schutz der Christen im Nahen Osten. Bereits seit 2001 führt die Bischofskonferenz eine Arbeitsgruppe "Islam".

Einen guten Überblick über die Diskussion in der Schweiz liefert auch die unabhängige Organisation Vimentis unter dem Titel: "Der Umgang mit dem Islam in der Schweiz". (jk)