Amok-Rentner

Der Informationsfluss im Fall Peter K. lief nicht optimal

Peter K. sitzt seit seiner Verhaftung im Regionalgefängnis Biel. (Archiv)

Peter K. sitzt seit seiner Verhaftung im Regionalgefängnis Biel. (Archiv)

Als der Amok-Rentner Peter K. am 8. September auf einen Polizisten schoss und danach mehrere Tage flüchtig war, gab es Probleme beim Informationsfluss. Zu diesem Schluss kommen zwei Experten, die den Fall untersucht haben.

Im Fall des renitenten Bieler Rentners Peter K. hat nun auch die Stadt Biel ihre Sicht der Dinge dargelegt. Sie sagt, der Amok-Rentner habe stets bestritten, seinen Wohnsitz in Biel zu haben. Dennoch habe sich die Bieler Stadtverwaltung um ihn gekümmert. In einer Medienmitteilung schreibt der Kanton Bern, dass der Informationsaustausch nicht optimal gelaufen sei.

Keine Rechtsverletzungen begangen

Allerdings habe keine der involvierten Behörden eine Rechtsverletzung begangen. Zu diesem Schluss kommt der Bericht von zwei externen Experten. Sie haben den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Behörden untersucht.

Der Rentner sei zahlreichen Behörden bekannt gewesen, heisst es im Bericht. Ausgehend von einem Erbschaftsstreit seien gegen Peter K. diverse Verfahren angestrengt worden, heisst es. So auch ein Entmündigungsverfahren wegen Geistesschwäche.

Der Rentner habe sich aber den nötigen Abklärungen entzogen. Der Bericht kommt zum Schluss, dass aus dem Verhalten des Rentners kein Gefährdungspotenzial für Dritte habe abgeleitet werden können.

Peter K. zeigte sich unkooperativ

Hingegen sei klar gewesen, dass der Mann persönliche Fürsorge brauchte. Dass ihm diese nicht zuteil wurde, liege nicht am mangelnden behördlichen Austausch, sondern vielmehr daran, dass er sich stets unkooperativ gezeigt habe.

Der Bericht zeichnet das Bild eines Mannes, der sich zunehmend einem feindlichen Staatsapparat gegenübersah, der es auf seine «Hinrichtung» abgesehen habe.

Im Interesse der Öffentlichkeit und im Interesse von Peter K. selber sei die mit den vormundschaftlichen Abklärungen betroffene Abteilung von ihrer Zuständigkeit ausgegangen. Dies, obwohl es «unzählige erfolglose Versuche» gegeben habe, den Rentner an seinem Wohnort am Bieler Mon-Désir-Weg anzutreffen. Das schreibt die Stadt Biel in einer Mitteilung.

Dort heisst es weiter, Peter K. sei nicht offiziell in Biel gemeldet gewesen. Im Bericht zum Informationsaustausch der Verwaltungsstellen und Justizbehörden attestierten die beiden Experten der Stadt Biel, alle zumutbaren Anstrengungen unternommen zu haben, um den Wohn- und Aufenthaltsort Kneubühls abzuklären.

Künftig Gemeindeführungsorgan einsetzen

Eine «grosse Herausforderung» sei nach den Ereignissen vom 8. September - als Peter K. auf einen Polizisten schoss - die Medienarbeit gewesen, heisst es weiter. Die Stadt Biel kommt nach einer Lageanalyse zum Schluss, dass es gut gewesen wäre, in dieser Situation ein an die Situation angepasstes Gemeindeführungsorgan (GFO) einzusetzen.

Dies «zumindest für die Koordination der Kommunikation sowohl stadtintern wie auch gegen aussen».

Der Gemeinderat hat die Sicherheitsdirektion beauftragt, für künftige Fälle dieser Art einen Vorschlag für Form und Zusammensetzung des GFO auszuarbeiten. (sda/dno)

Meistgesehen

Artboard 1