Raucherentwöhnung
Der harte Abschied vom blauen Dunst

Wer jetzt mit dem Rauchen aufhören will, dem bieten sich von Ersatzpräparaten bis zu Hypnose viele Möglichkeiten. Die Erfahrung von Fachleuten zeigt allerdings, dass die Kombination verschiedener Rauchstopp-Hilfen den besten Erfolg erzielt.

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Der harte Abschied vom Glücksgefühl

Der harte Abschied vom Glücksgefühl

Solothurner Zeitung

Martin Amrein

Nie war der Moment besser, der Zigarette abzuschwören: Ab heute sind Restaurants, öffentliche Gebäude und viele Arbeitsplätze in der ganzen Schweiz rauchfrei. Einfach ist der Rauchstopp allerdings nicht, denn Nikotin wirkt im Gehirn wie Kokain oder Heroin. Im Belohnungszentrum dockt es an einen Rezeptor an, der für die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin sorgt. Der Raucher empfindet ein Glücksgefühl, ähnlich wie bei einem Kuss oder bei gutem Essen. Sinkt der Nikotinspiegel im Blut, kippt die Stimmung ins Gegenteil und die nächste Zigarette muss her.

Es gibt die Glücklichen, die es schaffen, «einfach so» mit dem Rauchen aufzuhören. Laut Studien sind dies aber nur gerade zwei bis fünf Prozent. Die anderen brauchen Hilfsmittel, um ihr Laster zu bekämpfen. Ihnen bieten sich verschiedenste Möglichkeiten.

Im Ausland ist das Rauchverbot längst normal

Unsere Nachbarn kennen das Rauchverbot schon länger und haben sich auch bereits grösstenteils daran gewöhnt. In Deutschland darf seit dem 1. Juli 2008 nicht mehr in Restaurants und öffentlichen Räumen geraucht werden.

Seit Anfang 2008 kennen die Franzosen das Rauchverbot. Bei Verstoss müssen sie mit einer Busse von 110 Franken rechnen.

Und am längsten gilt das Rauchverbot in Italien. Dort darf seit 2005 in öffentlichen Einrichtungen nicht mehr geraucht werden. Dies berichtet das Schweizer Fernsehen. (skh)

Einen ganz neuen Ansatz verfolgen derzeit mehrere Pharmafirmen: Sie forschen an einer Entwöhnungshilfe in Form einer Nikotin-Impfung. Hierbei sollen Antikörper das ins Blut gelangende Nikotin binden. Dadurch erreicht das Suchtmittel das Gehirn gar nicht. Der Belohnungseffekt bleibt aus, was es einfacher macht, von der Zigarette wegzukommen. Bereits laufen die ersten Studien zur Marktzulassung.

Die Erfahrung von Thomas Sigrist zeigt, dass die Kombination verschiedener Rauchstopp-Hilfen den besten Erfolg erzielt. Die wichtigste Voraussetzung zum Aufhören bleibe jedoch die Motivation. Denn: «Kein Medikament ersetzt den eigenen Willen.»