Der Grosse Rat will keinen Glücks-Unterricht

Der Grüne-Grossrat Martin Köchli wollte einen Glücks-Unterricht. Doch das Postulat war chancenlos. Der Grosse Rat schickte den Vorschlag mit 89:24 Stimmen deutlich Bach ab.

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Mathias Küng

Die Grüne Fraktion hatte am Dienstag endlich die Gelegenheit, ihre Forderung, wonach Schülerinnen und Schüler in der Schule in einem Wahlfach lernen können sollen, «was Glück ist», im Grossen Rat zu vertreten.

Namens der Fraktion führte Martin Köchli drei Hauptsorgen ins Feld, die zu dem Postulat geführt haben, das in den Medien soviel Furore gemacht hat: Zunehmende Verunsicherung, Frustration und zum Teil Resignation der Lehrpersonen.

Zunehmend fehlende Motivation und Lernbereitschaft besonders gewisser Schüler- und Lehrlingskategorien «und die damit verbundene Ausartung von jugendlicher Energie in Gewaltbereitschaft». Und schliesslich, so Köchli, «die bedenklich abnehmende Arbeits- und Berufsfreude in der Arbeitswelt, die zu Burnouts führen kann».

Nicht in einem Freifach isolieren

In der Debatte wurden nach Köchli auch andere zu Dichtern, zitierten solche und sorgten mit anschaulichen Bildern und Vergleichen für grosse Aufmerksamkeit und einen hohen Zufriedenheitspegel im Saal. Der Tenor der ernst gemeinten Voten lautete (in den Worten von Manfred Dubach/SP), das zentrale Thema Glück solle man nicht in einem isolierten, und schon gar nicht in einem Freifach «isolieren». Jugendliche sollen Sozialkompetenz und Selbstverantwortung in vielen geeigneten Fächern lernen. Das Postulat wurde mit 89 : 24 Stimmen deutlich verworfen.

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